Beitrag vom 19.05.2016
in der Kategorie: Umweltbildung

Fuchs hautnah – Wildtiere zum Anfassen

Naturschutz ist eine Gesellschaftsaufgabe zu der jeder etwas beitragen kann. Deshalb freut es uns besonders, wenn Naturfreunde die Umweltbildungsarbeit am LGKS unterstützen. Am Pfingstwochenende übergab Jäger Heinrich Kornexl vier Bälge an Betriebsleiterin Bärbel Kemper. Die Felle von Fuchs, Iltis, Baum- und Steinmarder dürfen zukünftig von den Teilnehmern der Umweltbildungsveranstaltungen am LGKS durchflauscht werden. Die Nutzung des Tastsinnes unterstützt Lernleistungen immens, und das nicht nur bei Kindern. Auch Erwachsene haben ein ausgeprägtes Bedürfnis, ihre Umwelt über haptische Eindrücke zu erfahren.

Fuchs und Marder gehören zum so genannten Raubwild, zu dessen Beute auch bodenbrütende Vögel sowie junge Feldhasen gehören. Viele Bodenbrüter sind heute als „stark gefährdet“ oder „vom Aussterben bedroht“ eingestuft, weil ihre Lebensräume verloren gehen, z.B. durch Entwässerung und Wiesenumbruch. Die Strukturvielfalt der Landschaft kommt zunehmend abhanden. Immer mehr Kleinstrukturen wie Hecken und Blühstreifen verschwinden zugunsten von wirtschaftlich rentableren Großflächen. Zusätzlich erschweren die maschinelle Bearbeitung, der Pestizideinsatz und die intensive, jahreszeitlich frühe Nutzung der Flächen die Bedingungen für die Lebensraumspezialisten.

Füchse und Marder sind besser an die Veränderung der Lebensräume angepasst und gelten zum Teil als Kulturfolger. Damit sind sie im Vergleich zu ihren Beutetieren im Vorteil. Deshalb ist die Prädatorenbejagung ein Baustein um die Bedingungen für Bodenbrüter zu verbessern. Aber nur, wenn Landbesitzer, Kommunen und Jagdgenossenschaften an einem Strang ziehen und sich um eine Verbesserung der Lebensräume für Wildtiere bemühen, kann die Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft erhalten werden. Die positiven Effekte der Biotopverbesserung auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt lassen sich am Landgut beobachten und bestärken uns, weitere Naturschutzprojekte voran zutreiben.

Dank der großzügigen Spende von Heinrich Kornexl können wir unsere Veranstaltungen unter dem Motto „Lernen mit allen Sinnen“ nun noch eindrücklicher und lebendiger gestalten.

Bärbel Kemper mit Heinrich Kornexl

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