Der artenreiche Waldsaum

Hotspot für eine vielfältige Flora und Fauna

Wo der Wald „ausläuft”, wird’s lebendig. Ein Waldrand ist keine harte Linie – er ist ein Übergang: hier treffen Licht und Schatten, Waldluft und Wiesenwärme, Rückzugsorte und Blütenbuffet aufeinander. Diese Vielfalt macht unsere Waldsäume zu kleinen Natur-Hotspots. Kommt mit an unsere artenreichen Waldsäume – vom Waldaußensaum bis zu den großflächig angelegten Bienenwäldern, die sich an die Waldinnensäume anschließen. Inklusive Entdecker-Tipps für unterwegs.

Warum wir Waldränder gestalten

Waldränder sind Landschaftselement UND Lebensraum zugleich: Sie vereinen auf engem Raum eine große Pflanzenvielfalt sowie wertvolle Strukturen wie Totholz und Steinhaufen und stehen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen von Licht, Temperatur und Feuchtigkeit. Am Landgut gestalten wir artenreiche Waldsäume bewusst als Beitrag zu einer zukunftsfähigen Waldbewirtschaftung. Artenreiche Waldränder entstehen selten von allein – sie brauchen Pflege und Geduld. Bei uns gehören dazu unter anderem:

  • Licht schaffen und erhalten, damit Kraut- und Strauchschicht stabil bleiben

  • Naturverjüngung fördern, da standortangepasste Arten oft von selbst aufkommen

  • Strukturen einbauen, die Tieren zugutekommen: Totholz, Lesesteinhaufen und Natursteinmauern, gestufte Säume

  • Lernorte und Wissens-Hotspots schaffen – gemeinsam mit Schulen, Kitas, Vereinen und Partnern gestalten, pflanzen und pflegen wir diese Bereiche und entwickeln praxisnahe BNE-Angebote

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Waldrand? Waldsaum? Kurz erklärt!

Ein Waldrand ist die Grenze zwischen Wald und offener Landschaft, während der Waldsaum die gestufte Übergangszone direkt am Rand bildet – mit Sträuchern, Kräutern und Jungbäumen, die den Wald schützen und zugleich Lebensraum für viele Arten bieten.

Waldsaum-Erlebnis mitten im Wald

Der Bienenwald

Unser Bienenwald ist ein Biodiversitäts-Hotspot: Seit 2019 ist er auf mehr als vier Fußballfelder angewachsen und umfasst rund 30 Baum- und Straucharten.
Damit es dort nicht „nur Wald“ ist, haben wir bewusst Strukturen integriert – z. B. Totholzhaufen, Benjeshecken und Trockenmauern (eine Besonderheit: die 40 m lange Benjeshecke).
Spannend ist auch, was oft übersehen wird: Die Begleitflora (also die Pflanzen zwischen den jungen Bäumen) kann Konkurrenz sein – aber auch ein natürliches Schutzschild, das Setzlinge vor Überhitzung schützt und den Boden länger feucht hält.

Lernen, spielen, mitmachen

Im Bienenwald verbinden wir Naturerleben mit BNE: z. B. im Bienenwald-Labyrinth und mit dem Wildbienen-Führerschein (Geländespiel) – mit kreativen Lernspielen rund um Wald, Artenvielfalt und Wildbienenschutz.
Und wie gut „Anpacken“ wirkt, zeigen auch unsere Praxistage: Beim Auffüllen von Benjeshecken/Totholzhecken entstehen echte Rückzugsorte für Vögel, Insekten und Kleinsäuger – Teamarbeit, die sichtbar bleibt.

Der Lehrpfad im Herzen des Bienenwaldes

Entdecker-Tipps für Familien

Waldrand-Bingo

Der Waldrand ist wie ein Naturkino – aber nur für die, die genau hinschauen. Geht langsam, bleibt stehen, geht mal in die Hocke und entdeckt, was sich direkt vor euren Augen verbirgt.

Eure Aufgaben:

  • Findet einen dornigen Strauch (z. B. Schlehe oder Heckenrose).
  • Spürt eine Mini-Höhle auf (unter Wurzeln, im Totholz oder unter Brombeerranken).
  • Sammelt drei verschiedene Blattformen – aber nur vom Boden!
  • Lauscht einem Summ-Geräusch und findet heraus, wer da summt.
  • Geht auf Spurensuche: entdeckt angeknabberte Nüsse, Federn oder Zapfenreste.

Los geht’s: Bewegt euch langsam am Waldrand entlang und nehmt euch Zeit zum Staunen. Wer schafft es, alle Punkte zu entdecken? Tipp: Macht daraus ein kleines Teamspiel – wer zuerst drei Aufgaben erfüllt, ruft laut „Naturkino!“

Waldsaum-Knigge

  • Bitte auf den Wegen bleiben. Waldränder sind empfindliche „Kinderstuben“: Nester, Larven und junge Pflanzen werden abseits der Wege schnell gestört oder beschädigt.

  • Beobachten statt mitnehmen. Blüten, Federn & Co. lieber anschauen – so bleibt der Lebensraum für Tiere und die nächsten Besucher intakt.

  • Totholz ist kein Müll. Äste und alte Stämme sind wichtige Lebensräume, z. B. für Insekten, Pilze, Vögel und Kleinsäuger – bitte liegen lassen.

Gestaltung artenreicher Waldsäume am LGKS

Am LGKS entstehen durch gezielte Pflege und gemeinschaftliche Naturschutzprojekte und -vorhaben wertvolle Waldrand-Lebensräume. Da natürliche Waldränder selten sind, braucht es aktives Offenhalten und das Zurückdrängen bestimmter Arten, um Vielfalt zu fördern.

In Verbindung mit der Waldpflege werden Baum- und Straucharten wie Wildapfel, Schlehdorn oder Holunder gepflanzt und natürliche Verjüngung genutzt. Auch krautige Pflanzen wie Fingerhut, Farn und Huflattich finden hier ihren Platz. Die Pflege ist ein langfristiges Engagement: Damit lichtliebende Arten nicht verdrängt werden, braucht es regelmäßige Einsätze – für lebendige Waldränder voller Leben.

Gezielte Pflegemaßnahmen und Naturschutz-Einsätze zur Förderung artenreicher Waldsäume am LGKS

Mitmachen und Natur mitgestalten!

Ob bei Teamtagen, im Rahmen von Genialsozial, während des Sachsensommers oder als Schulprojekt – am LGKS gibt es viele Möglichkeiten, aktiv zum Naturschutz beizutragen. Gemeinsam mit Schulen, KiTas, Vereinen und engagierten Partnern gestalten wir artenreiche Waldsäume, pflanzen Bäume und Sträucher und entdecken dabei die Vielfalt unserer heimischen Natur. Jede helfende Hand zählt – für mehr Lebensräume, mehr Artenvielfalt und ein starkes Miteinander.