Beitrag vom 22.06.2018
in der Kategorie: FÖJ-Blog

Alles im Lot auf’m Boot

18.06.-22.06.2018

Seid gegrüßt ihr Wasserratten und Vogelfreunde!

Diese Woche haben wir das schöne Sachsen verlassen und uns in den hohen Norden begeben; genauer gesagt nach Mirow im annähernd so schönen Mecklenburg Vorpommern. Unser letztes Seminar stand an. Leider waren nur Lia und ich von der Partie, da Manuela in dieser Woche wichtige Prüfungen zu meistern hatte. Aber keine Sorge, ihr entgeht der Seminar Spaß natürlich nicht. Glücklicherweise gibt es bei diesem Seminar zwei Termine und Manuela wird zum zweiten Termin fahren.

FÖJ 2017/2018

Aufgrund der recht weiten Anfahrt begaben Lia und ich uns bereits Sonntagmorgen in Richtung Dresden Hauptbahnhof. Nach einem äußerst köstlichen Frühstück ging die Reise auch schon los. Am Bahnhof trafen wir dann die üblichen Verdächtigen; unsere Mit- FÖJler und natürlich Anni und NIc. Gemeinsam ging es von Dresden aus nach über Elsterwerda nach Berlin und von dort aus nach Neustrelitz. Der krönende Abschluss unserer Reise war die Fahrt von Neustrelitz nach Mirow mit einem; ich zitiere „lustigem Zug“.

Nach gut 8 Stunden Anreise waren wir sichtlich froh als wir am Mirower Hauptbahnhof Ingo und Kerstin mit ihrem Gelben Bus erblickten. Die beiden sollten für diese Woche unserer Guides sein. Zum Glück wurde unser Gepäck (das war nicht gerade wenig; u.a. Schlafsack, Isomatte, Zelt, und Reiserucksack) von den beiden per Bus ins Basiscamp am Mirow See gebracht, sodass wir den „kurzen Spaziergang“ bis dorthin ohne Gepäck antreten konnten. Im Camp angekommen ging es gleich ans Zelteaufbauen. Lia und ich hatten unser Zelt im Vorfeld schon einmal aufgebaut, sodass es hier keinerlei Probleme gab. (Ihr wisst, ich habe ein kleines Zelt-Aufbau- Trauma) Danach hieß es erst einmal: Essen fassen! Kerstin uns Ingo hatten, zu meiner Freude, Nudeln mit Tomatensoße vorbereitet. Sofort waren die Strapazen der Anreise vergessen. Nach dem Essen gab es einen kurzen Überblick über die Woche und eine Einweisung zu unserem Campingplatz. Außerdem wurde der Küchendienst festgelegt. Jeden Tag hatte ein anderes Team, bestehend aus 3-4 Leuten, Küchendienst. Dieser sollte bei der Zubereitung der Mahlzeiten helfen, den Tisch denken und abräumen und abwaschen. Voller Vorfreude auf den nächsten Tag fielen wir hundemüde in unserer Schlafsäcke.

Montagmorgen nach dem Frühstück erhielten wir eine Einweisung zu den verschieden Bootstypen. Es gab einen 4er-Kanadier; einen 5er-Kanadier, ein 2er Kajak und ganz viele 1er Kajaks. Da ich , im Gegensatz zu Lia, ein absoluter Bootsneuling bin und ein bisschen Bedenken hatte, gleich am ersten Tag unfreiwillig baden zu gehen, entschieden wir uns erst mal für den Kanadier. Gemeinsam mit Anni und mir als Motor und Lia als Steuerfrau stachen wir in See. An unserem Pausenziel angekommen gab es, neben den beim Frühstück geschmierten Bemmen, einen von Ingos berühmten „Vorträgen“ („Vortrag“ weil es mehr ein „Weitergeben von interessanten Fakten“ war) zum Thema Gewässerökologie der Seenplatte. Auf dem Rückweg probierte ich mich dann am Steuer Nachdem wir ein einige Male im Kreis gefahren sind, hatte ich irgendwann den Dreh raus. Allerdings werde ich in diesem Leben sicherlich kein Steuermann werden, denn die Rückfahrt gestaltete sich doch kurvenreicher als sie hätte sein müssen. Aber immerhin sind wir wieder Trocken angekommen.

Am Dienstag brachen wir dann in Richtung Mössensee auf. Dort gab es ebenfalls einen Zeltplatz, an welchem wir die nächsten beiden Tage verbringen sollten. Daher stand packen auf dem Plan. Alles Notwendige musste in wasserdichte Seesäcker verpackt werden. Keine so leichte Aufgabe, da die Säcke nicht allzu groß waren. Was sollte man nur alles mitnehmen? Zumal auch Schlafsäcke Isomatten, Kochutensilien und Lebensmittel für 2 Tage mitgenommen werden mussten. Doch Ingo und Kerstin wissen wie’s geht und so konnte alles sicher verstaut werden. An diesem Tag versuchte ich mich auch einmal am 1er Kajak. Auch hier hatte ich einige Steuerschwierigkeiten, die leider bis zum Ende hin anhielten. Ich finde das Lenken eines vollgepackten Kajaks leider gar nicht so einfach. Daher war ich umso erleichterter als wir das Camp am Mössensee erreichten.

Am Mittwoch brachen wir zu unserer großen Rundtour auf. Groß heißt ca. 18 Kilometer. Glücklicherweise hatte ich nun mein Traumboot gefunden: das 2er-Kajak. und Noch glücklicherer Weise hatte sich Lia bereiterklärt, das Steuern im 2er Kajak zu übernehmen. Also saßen wir nun im selben Boot und hatten auf der Tour ausführlich die Gelegenheit, die unglaublich schöne Natur der Seenplatte zu bewundern. Besonders begeistert war ich natürlich von den vielen verschiedenen Vogelarten, die es dort zu entdecken gab. Neben Fisch-und Seeadler, haben wir Milane, Graureiher, Schwäne, Blesshühner und Stockenten, z.T. mit flauschigem Nachwuchs, gesehen. Nach dieser durchaus anstrengenden Tagestour waren wir dann am Nachmittag sichtlich froh, als wir unser kuscheliges Gemeinschaftszelt auf dem Campingplatz erreichten. Den Abend ließen wir gemütlich am Lagerfeuer mit Erzählungen über die Indigenen Völker Europas und Amerikas ausklingen.

Am Donnerstag stand die „Heimreise“ an. Es sollte wieder zurück zum Mirow See gehen. Also hieß es wiederrum packen. Guter Dinge bepackten wir unsere Boote, als sich der Himmel immer mehr verdunkelte. Doch davon ließen wir uns nicht abschrecken. Als dann alle Boote im Wasser waren, kam plötzlich ein kräftiger Wind auf. Noch waren wir in einem Arm des Mösensees, wo der Seegang nicht allzu stark war. Doch je näher wir dem offenen See kamen, desto höher wurden die Wellen. Aber wir mussten den See überqueren, um sicher an unser Ziel zu gelangen. Also entschied Ingo, dass Lia und ich im 2er-Kajak vorausfahren sollten, da wir das schnellste Boot waren. Also stürzten wir uns todesmutig in die Wellen. Diese waren mindestens einen halben meter hoch; Wasser kam von allen Seiten und der Wind drückte uns beinahe die Paddel aus der Hand. Und trotzdem fühlte ich mich bei all dem Geschaukel unglaublich sicher, hauptsächlich weil Lia hinter mir das Steuer fest im Griff hatte. Und so paddelten wir bei Windstärke 4-5 (ca. 30 km/h) unermüdlich über den See, in der Hoffnung den rettenden Windschatten der Bäume weitestgehend unbeschadet zu erreichen. Trocken waren wir schon lange nicht mehr. Ein echter Kraftakt, doch einfach aufhören zu paddeln konnten wir auch nicht, da wir sonst abgetrieben wären. Die Fahrer der Motorbote schauten uns schon sehr mitleidig an. Aber wir haben es tatsächlich ohne größere Schäden geschafft. Das kritischste Stück des Sees war überwunden. Nur einer der Kanadier ist ein wenig vollgelaufen, aber dank Pumpe uns Schöpfkelle war auch dies kein Problem. Selbst als es dann noch anfing in Strömen zu regnen waren wir noch guter Dinge. Ich meine, bei schönem Wetter kann das ja jeder. Die Restliche Strecke war nun ein Kinderspiel für uns. Aufgeweicht, durchgefroren, aber erleichtert und glücklich erreichten wir unser Basiscamp am Mirow See. Den restlichen Tag verbrachten wir damit, uns und unsere Kleider zu trocknen.

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war eine äußerst kalte Nacht. Bei nur 9°C froheren alle, die keinen ordentlichen Schlafsack hatten (also alle bis auf Lia) wortwörtlich den Arsch ab. Am nächsten Morgen halfen nur Kaffe und Bewegung gegen die Kälte. Mit einem Sonnentanz stimmten wir den Wettergott gnädig, sodass der Nachmittag wieder angenehm warm wurde.

FÖJ 2017/18

Auf dem Programm am Freitag standen Bogenschießen und Kanupolo. Das Bogenschießen hat großen Spaß gemacht, wird aber wohl eher weniger meine Sportart, denn außer dem Boden habe ich leider (oder zum Glück) nichts getroffen… Beim Kanupolo sah das schon anders aus. Im Gegensatz zu Lia, die diese Sportart schon mehr oder weniger professionell betrieben hat, war ich, wie immer, ein absoluter Neuling. Gespielt wird in 2 Teams und das Ziel ist es, möglichst viele Tore zu schießen. (Natürlich gibt es noch ein paar andere Regeln, aber diese würden den Rahmen sprengen.) Jedenfalls hat das Kanupolospielen richtig gefetzt. Obwohl es anfangs doch ziemlich wackelig war, da die Kanupoloboote klein und extrem wendig sind. Doch als ich mich dann ein wenig eingefahren hatte, lief die Sache wie geschmiert. Ich konnte tatsächlich auch ein paar Tore schießen (genauer gesagt 5; aber wer zählt das schon) Allerdings war ich auch die erste, die unfreiwillig baden gegangen ist, und es sollte nicht bei diesem einen Mal bleiben. Aber das hat dem enormen Spaß den wir hatten, keinesfalls geschadet.

Am Samstag hieß es dann Abschied nehmen. Zuerst von Ingo und Kerstin, die uns so toll durch diese Woche geführt haben. Später dann von fast all unseren Mit- FÖJlern, die wir über das Jahr kennen und mögen gelernt haben… Vielen Dank für diese tolle Zeit! Doch so viel Zeit zum trauern blieb Lia und mir nicht wirklich.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus…

Eure FÖJlerin Madline

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