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Beitrag vom 17.05.2024
in der Kategorie: BNE

Zweitklässler werden zu geprüften Wildbienenschützern

Die 2. Klassen der Grundschule Berggießhübel besuchten uns an jeweils zwei lehrreichen Exkursionstagen, um ihr Wissen, ihre Geschicklichkeit und ihren Teamgeist auf unserer Wildbienentour zu vertiefen und zu testen. Am Ende entließen wir 32 stolze kleine Wildbienen-Expertinnen und -Experten.
Gruppenbild mit Zweitklässlern und ihren Wildbienenführerscheinen
So sehen Wildbienenschützer aus!

Bereits im Frühjahr erfuhren die Schüler der Grundschule Berggießhübel Spannendes über Wild- und Honigbienen, ihre Besonderheiten und Lebensräume. Bei unserer Kinderbuchlesung im Sächsischen Landtag waren sie aufmerksame Zuhörer und interessierte „Ratefüchse“, als die kleine Wildbiene Wonka ihre Abenteuer im Bienenwald bestehen musste. Mit Vorfreude und Vorwissen wurden nun Wildbiene Wonka, Honigbiene Henriette, der blühende Bienenwald und weitere interessante Orte besucht, Wissen vertieft und selbst Hand angelegt.

Bärbel Kemper pflanzt mit einem Jungen einen Baum.

Nach der Begrüßung im Wiesenpavillon ging es gut gelaunt und voller Tatendrang zur ersten Station. Wir eröffneten eine „Bienentankstelle“ und pflanzten über 30 insektenfreundliche Bäume und Sträucher, die auch anderen Insekten, Vögeln und Kleinsäugern Nahrung und Lebensraum bieten. Farbig markiert durfte sich jedes Kind seine Lieblingsart aussuchen und Edelkastanie, Schwarzer Holunder, Eberesche, Felsenbirne, Feldahorn oder Walnuss nach Anleitung in die Erde bringen und mit Wuchshüllen schützen. Mit Holzhackschnitzeln formten sie einen dicken „Schwimmring“ und gossen ihr Bäumchen ausreichend mit der Gießkanne. Bald wird auch an diesem Wegrand ein summender Waldrand entstehen.

Im Kinderbuch trifft unsere Wildbiene auch andere befreundete Waldbewohner, deren Spuren wir genauer untersuchen.

Die Wühlstellen von Wildschwein Waltraud werden mit Grassamen aufgefüllt und gewässert. Im Bienenwald hat der Rothirsch Romuald wohl sein Geweih verloren. Denn wir entdeckten verschiedene Geweihstangen und lernten die Verhaltensweisen im Wald kennen und verstehen. Wildbienen sind Spezialisten und stellen besondere Ansprüche an ihren Lebensraum. Umso wichtiger ist es, diese zu erhalten und zu schützen. An einer weiteren Station im Schulwald gingen die Grundschüler als Detektive durch das Gelände und sammelten verschiedenen Müll ein. Plastikflasche, Bananenschale, Alufolie, Glas, Kaffeebecher, Dosen oder ein alter Schuh – gemeinsam besprachen wir, welche Gefahren für Tiere und auch Menschen durch Müll im Wald entstehen können und wie lange selbst unscheinbare Dinge wie ein Taschentuch oder ein Kaugummi brauchen, um zu verrotten.

Mädchen hält Geweihstange an den Kopf
Kinder spielen ein Teamspiel mit Brettern im Wald.

Auf dem Weg zum Bienenwald konnten wir Waldarbeiten beobachten und an den gefällten Bäumen und Baumscheiben das Alter der Bäume zählen. Manche waren älter als Oma und Opa. Nach den mathematischen Beobachtungen wurde es sportlich. Beim Bretterlauf traten die Kinder in 2 Teams gegeneinander an und mussten Schnelligkeit, Sportlichkeit und Teamgeist beweisen – denn nur gemeinsam sind wir stark! Mit den einzelnen Holzbrettern musste eine Strecke sicher zurückgelegt werden. Ähnlich wie die Biotopvernetzung, die als „Trittsteine“ wichtige Lebensräume miteinander verbindet. Das sonnige Wetter lockte im Bienenwald einige Insekten aus ihren Verstecken. Wir entdeckten Wild- und Honigbienen, Rosenkäfer, Ameisen und Co. und schlängelten uns durch das Bienenwaldlabyrinth mit den verschiedenen Baum- und Straucharten, die auch im Kinderbuch vorkommen.

Mit dem Wildbienen-Führerschein legen wir besonderen Wert auf die nachhaltige Vermittlung von naturbezogenem Wissen im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu den Themen Nachhaltigkeit, Artenschutz, Klimawandel und heimische Flora und Fauna.
Aktive Naturerfahrungen unterstützen Kinder in ihrer ganzheitlichen Entwicklung. Sie fördern sowohl soziale als auch kognitive Kompetenzen und leisten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Selbst Entdecktes, Erlebtes und Ausprobiertes bleibt länger im Gedächtnis und wird nachhaltiger verankert.

Unsere letzte Station war wirklich süß! Wir tauschten den Wald gegen eine Wiese, wanderten zum Naturschutzteich und wurden mit leckeren, süßen Äpfeln empfangen. Mit dem Apfelschneider schnitten wir süße Apfelspiralen, die in dieser Form gleich doppelt so gut schmeckten. Vielen Dank an unsere Bienen. Denn durch ihre Bestäubungsarbeit hatten wir jetzt einen leckeren Abschluss.

 

An allen Stationen auf der Route durch Wald und Wiese erhielten die Kinder für ihr bienenstarkes Können und Wissen einen Stempel und konnten ihre gefüllte Stempelkarte gegen ein Wildbienenschützer-Abzeichen eintauschen. Mit dem Wildbienen-Führerschein wurde praktisches und theoretisches Wissen durch Entdecken, Erleben und Ausprobieren vermittelt. „Der Tag war für unsere Kinder sehr lehrreich, weil er zum Anfassen war und genau das schafft nachhaltige Bildung“, reflektiert die Klassenlehrerin und Schulleiterin Frau Michlenz.

 

Alle Kinder gingen als stolze Wildbienen-Führerscheininhaber mit tollen Erfahrungen und Erlebnissen nach Hause und werden uns sicher bald wieder besuchen.

 

Der Wildbienen-Führerschein ist ein BNE-Angebot, das Kindern fächerübergreifend theoretisches Wissen und praktische Fähigkeiten im Bereich Naturschutz vermittelt und sie zu echten Wildbienen-Expertinnen und -Experten macht. Wenn Sie Interesse an einer lehrreichen Exkursion für Ihre Schule zum Erwerb des Wildbienen-Führerscheins auf dem Landgut Kemper & Schlomski haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

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