Manche Rezepte entstehen am Schreibtisch. Andere wachsen einfach mit. Unser Wildschwein-Chili gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Was mit einer spontanen Frage begann, wird heute in großen Töpfen gekocht, wenn auf dem Landgut viele Menschen zusammenkommen. Und inzwischen hat unser Chili sogar einen Wettbewerb gewonnen.
Wild aus unserem eigenen Revier
Die wichtigste Zutat unseres Landgut-Chilis beginnt nicht erst in der Küche. Das Wildschweinfleisch stammt aus unserer Eigenjagd in den Wäldern rund um das Landgut und wird von uns selbst verarbeitet.
Unsere Wälder sind für uns Lebensraum, den wir über viele Jahre naturnah entwickeln. Waldteiche und Ruhezonen gehören ebenso dazu wie fruchttragende Bäume und Sträucher. Jagd bedeutet für uns deshalb auch Verantwortung für diesen Lebensraum und die Wildbestände darin. Wir wissen, woher unser Wild kommt und genau diese Nähe gehört für uns zu einem guten Wildgericht dazu.
„Warum eigentlich kein Wildschwein-Chili?“
So einfach begann die Geschichte unseres Chilis. Wildburger, Wildbolognese und Wildlasagne gehörten bei uns längst zur Küche, als Anna-Karina irgendwann fragte:
„Warum eigentlich kein Wildschwein-Chili?“
Also wurde ausprobiert. Aus einem klassischen Chili con Carne wurde ein Chili mit Wildschweinhack. Zunächst kam es bei Familienfeiern und mit Freunden auf den Tisch. Mit jedem Topf wurde ein wenig verändert, ergänzt und abgeschmeckt. Neue Gewürze kamen hinzu, Mengen wurden angepasst und nach und nach entstand daraus unser eigenes Landgut-Chili.
Den letzten Feinschliff übernimmt heute Anna-Karina. Was genau in ihrer Gewürzmischung steckt, verrät sie übrigens bis heute nicht vollständig. Ein kleines Küchengeheimnis darf schließlich bleiben.
Ein großer Topf gehört bei uns oft einfach dazu
Heute sind die Portionen deutlich größer geworden. Steht Landgut-Chili auf dem Speiseplan, kochen wir nicht selten in großen Edelstahltöpfen.
Es gehört zum Beispiel zu unserer Natur-Olympiade. Wenn nach einem langen Tag mit Schülerinnen und Schülern, Förstern, Imkern, Waldpädagogen, Lehrkräften und Ehrenamtlichen die letzten Stationen abgebaut sind, kommen noch einmal alle zusammen. Dazu gibt es Bauernbrot, Butter und einen großen Topf Chili.
Und oft beginnt genau beim gemeinsamen Essen der Teil des Tages, für den es keinen Ablaufplan gibt: Menschen kommen ins Gespräch, neue Ehrenamtliche lernen langjährige Mitstreiter kennen, Ideen entstehen und aus einem „Bis bald“ wird nicht selten ein „Nächstes Jahr bin ich wieder dabei“.
Wenn Landgut-Chili Brücken bis nach Uganda baut
Ganz besonders freuen wir uns, wenn unser Chili bei unseren deutsch-ugandischen Begegnungen auf dem Tisch steht. Wenn Gäste aus Uganda bei uns sind, kochen wir es immer wieder gern und dürfen uns regelmäßig über viel Lob freuen. Für manche ist Wildschwein zunächst etwas ganz Neues. Schnell entstehen am Buffet Gespräche darüber, wo das Fleisch herkommt, wie bei uns gejagt wird und welche Gerichte in Sachsen oder Uganda zu besonderen Gelegenheiten auf den Tisch kommen. So wird aus einem gemeinsamen Essen viel mehr als eine Mahlzeit. Es entstehen Gespräche über Natur, Heimat, unterschiedliche Traditionen und darüber, was uns verbindet. Genau diese unkomplizierten Momente machen unsere Begegnungen für uns besonders.

Ausgezeichnet bei „Gerichte mit Geschichte“
Unser Landgut-Chili trägt viele Geschichten in sich: vom Wild aus dem eigenen Revier über die Idee innerhalb unserer Familie bis zu den vielen Menschen, mit denen wir es inzwischen teilen. Umso mehr freut es uns, dass genau diese Geschichte beim Wettbewerb „Gerichte mit Geschichte“ überzeugen konnte und unser Wildschwein-Chili zu den Gewinnern gehört. Eine schöne Auszeichnung für ein Gericht, das über viele Jahre zu einem echten Stück Landgut geworden ist.
Lust bekommen? Unser Landgut-Chili zum Nachkochen
Unser Rezept ist für eine große Runde gedacht mit Wildschweinhack, Tomaten, Kartoffeln, verschiedenen Bohnen, Paprika und einer kräftigen Gewürzmischung. Und wie es bei uns heißt: Je größer der Topf und je größer die Runde, desto besser schmeckt es.


