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Beitrag vom 25.04.2023
in der Kategorie: Naturschutz

Tag des Baumes – der Speierling im Bienenwald

Vor über 70 Jahren wurde der „Tag des Baumes“ ins Leben gerufen, um auf die Bedeutung des Waldes für Mensch und Wirtschaft aufmerksam zu machen. Bäume sind lebenswichtig und interessante Unikate mit wertvollen Eigenschaften - wie der Speierling.
Die Früchte des Speierlings hängen leuchtend am Baum
Zum Tag des Baumes stellen wir den ein wenig in Vergessenheit geratenen Speierling und deren Besonderheiten vor.

Ob als Sauerstoffproduzent, CO2-Speicher, Holzlieferant, Nahrungsquelle oder Schattenspender – es gibt unzählige Gründe, warum wir Menschen den Baum brauchen. Umso wichtiger ist es, unsere Bäume zu schützen, Verluste zu minimieren und den grünen Fortbestand zu sichern.

Am 25. April 1952 pflanzte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss gemeinsam mit der SDW einen Ahornbaum im Bonner Hofgarten – die Geburtsstunde des heutigen Ehrentages. Bundesweit finden zum Tag des Baumes zahlreiche Veranstaltungen und Pflanzaktionen statt, um auf die Notwendigkeit des Schutzes unserer Natur aufmerksam zu machen.

Auch in unserem Bienenwald wird regelmäßig gepflanzt, die Fläche hat sich aufgrund des anhaltenden Fichtensterbens mehr als verdreifacht. Aber mit innovativen Ideen und viel Unterstützung entstand und entsteht ein neuer artenreicher, klimastabiler und nachhaltiger Wald mit interessanten und faszinierenden Baum- und Straucharten.

 

Der Speierling ist ein Baum mit Geschichte. Schon Karl der Große erkannte die Vielfalt des Baumes und ließ ihn im Jahr 800 als wertvolle Kultur- und Nutzpflanze in die Landgüterverordnung aufnehmen. Auch in Klostergärten blühte, wuchs und reifte der Speierling und wurde vielseitig genutzt. Aus der säuerlichen Frucht werden Apfelwein, Essig und Liköre hergestellt. Außerdem enthält sie viel Vitamin C und Pektin, das eine gute Grundlage zum Gelieren von Marmeladen und Gelees bildet. Überreife und getrocknete Früchte sollen in der traditionellen Medizin bei Magen- und Darmbeschwerden helfen.

 

Der Speierling im Bienenwald gehört jedoch den blütenliebenden Insekten. Die Früchte sind im Herbst und Winter ein Leckerbissen für viele Vogelarten, Dachse, Rehe und Wildschweine. Wir überlassen die apfel- oder birnenähnlichen Früchte gerne unseren heimischen Waldtieren. Sie schmecken sehr herb und säuerlich. Daher soll der Speierling auch seinen Namen haben. Als Apfel getarnt ist er kaum genießbar und regt zum Ausspucken oder „Speien“ an.

Im Frühjahr können wir uns an der weißlichen, duftenden Blüte erfreuen, die sich von Mai bis Juni voll entfaltet und Wildbienen, Schmetterlinge und Co. einlädt. Der Speierling ist auch ein wertvolles Vogelnährgehölz.

Die kleinen, mehrjährigen Früchte werden oft mit denen der Vogelbeere verwechselt, auch Wuchsform und Blätter der jungen Bäume sind sehr ähnlich. Bei genauerem Hinsehen erkennt man jedoch, dass die Rinde des Speierlings wesentlich rauer und die Blätter fein gezähnt sind. Die Früchte der Vogelbeere sind orangerot. Die Äpfel dagegen färben sich nur auf der der Sonne zugewandten Seite rötlich. Der Speierling ist im Grunde aber kein Apfelbaum, sondern gehört zur Familie der Rosengewächse. Klingt komisch – ist aber so! 🙂

 

Beim nächsten Spaziergang, vielleicht auch bei uns im Bienenwald, kann der Speierling nun mit offenen Augen entdeckt und bestimmt werden. Besuchen Sie uns zum Beispiel am 14.05. zum Frühlings­spaziergang mit Autorenlesung zum Muttertag – „Wildbiene Wonka und ihre Freunde“.

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