Beitrag vom 21.11.2017
in der Kategorie: Veranstaltungen

Wetterfeste Streuobstkids pflanzen auch in diesem Jahr „3 Äpfel für Goldmarie“

Ein grauer Vorhang bedeckt den Himmel und große Regentropfen fallen aus der dicken Wolkendecke. Ein Wetter, das wohl die meisten davon abschreckt, einen Fuß vor die Tür zu setzen. Nicht so die mutigen Kids des Ganztagsangebots (GTA) Streuobstwiese an der Benjamin-Geißler-Grundschule in Liebstadt. Gut gelaunt und bestens ausgerüstet kommen die Kinder auf dem Landgut an. In der Scheune werden dann die letzten Vorbereitungen getroffen, denn heute werden Obstbäume gepflanzt.

Die Bäume haben das Landgut und die Grundschule Liebstadt bei der Aktion „3 Äpfel für Goldmarie“ gewonnen. Dieser Wettbewerb wird vom Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz – Osterzgebirge durchgeführt. Dabei geht es vor allem um den Erhalt alter Obstsorten und die Revitalisierung von Streuobstwiesen. Genau in diesem Sinne werden mit den Bäumen Lücken in den Streuobstbeständen des Landguts gefüllt.

Nachdem sich alle noch ein zweites Paar Socken übergestreift und die Kapuze tief ins Gesicht gezogen haben, kann es losgehen. Als erstes betrachten die Kinder gemeinsam mit Forstwissenschaftler Jakob Richter, dem GTA-Leiter, die eingeschlagenen Bäume. Die Schüler stellen schnell fest, dass die Bäume ohne die Erde verkümmert oder erfroren wären. Doch nun ist es Zeit, die Wurzeln von dem vorübergehenden Schutz zu befreien. Dafür hat mittlerweile jedes Kind ein Werkzeug wie Schaufel oder Spaten in der Hand. Vorsichtig werden die unteren Enden der Apfelbäume von der Erde befreit und zum eigentlichen Pflanzort getragen.

Unter der fachkundigen Anleitung von Katrin Müller vom Landschaftspflegeverband werden die kleinen Bäume nun ihrem neuen zu Hause zugeführt. Das bedeutet zunächst, dass der Dreck nur so fliegt, denn die fleißigen Kinder heben schnell ein tiefes Loch aus. Anschließend treten viele kleine Gummistiefel den Wühlmausschutz in der Vertiefung fest. Bevor der Baum nun ins Loch gestellt und mit Erde bedeckt werden kann, erklärt Frau Müller noch den Pflanzschnitt. Mützen und Tücher werden noch einmal ein bisschen fester angezogen, während die Kinder aufmerksam den Ausführungen lauschen. Alle spüren langsam die Kälte, daher ist die Freude umso größer, als Projektinitiatorin Bärbel Kemper mit Hofhund Hamlet erscheint, der von allen stürmisch begrüßt wird. Doch schnell wird wieder zur Schaufel gegriffen. Frische Erde wird auf den Wurzeln verteilt und eine Rindenmulchdecke gebaut. Zum Abschluss zeigt Frau Müller noch einen Knoten, mit dem der Baum an einen Pfahl gebunden wird, um ihn vor dem Wind zu schützen.

Letzterer drückt die Regentropfen immer noch schräg am Scheunentor vorbei. Doch geschützt im inneren der Scheune sitzt gemütlich kauend eine kleine zufriedene, bunte Gruppe. Dem Wetter wurden immerhin zwei Pflanzungen abgetrotzt. Umso besser schmecken nun dampfender Tee und süßer Apfelkuchen.

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