Pflanzen und Tiere im Müglitztal

Arten der Landeszielartenliste

Was ist die Landeszielartenliste? Welche Pflanzen und Tiere sind darin aufgelistet und kommen im FFH-Gebiet Müglitztal vor? Wieso ist es besonders wichtig, diese Tier- und Pflanzenarten zu schützen? In einem kniffligen Quiz über die Arten könnt ihr diese Fragen lösen. Zusätzlich könnt ihr kreative Ausmalbilder mit den Tieren der Liste gestalten.

Schutz der Artenvielfalt

Arten beobachten
Tiere und Pflanzen, die in Sachsen bedroht sind und deren Fortbestand die Existenz weiterer Arten und Biotope sichert, erfasst das Land Sachsen fortlaufend in der „Landeszielartenliste für den Biotopverbund in Sachsen“. Es ist wichtig, diese Arten zu schützen, um langfristig Biodiversität – auch im FFH Gebiet Müglitztal – zu sichern. In der Entdeckertour stellen wir euch einige dieser Arten vor.
Arten (er)kennen
Insgesamt gibt es auf der Landeszielartenliste 93 Tierarten und 16 Pflanzenarten. Im FFH-Gebiet Müglitztal kommen ca. 14 Tierarten und zwei Pflanzenarten vor. Auf den Wiesen wachsen Arnika und eine seltene Orchideenart, das stattliche Knabenkraut. Fledermäuse, wie das Große Mausohr und die Kleine Hufeisennase kommen in den Wäldern vor, auch Reptilien und Fische finden einen Lebensraum im FFH-Gebiet.
Arten schützen
Um bedrohte Arten zu schützen ist es wichtig, ihnen einen vielfältigen Lebensraum zu schaffen. Vielleicht hast du auf einer gemähten Wiese schon einmal einen ca. 10 m breiten, ungemähten Wiesenstreifen gesehen? Dieser dient als Brutplatz für bodenbrütende Vogelarten, wie das Braunkehlchen. Auch Feldhasen finden in den Wiesenstreifen wertvolle Verstecke und Insekten wird ausreichend Nahrung geboten.
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Fledermaus-Exkurs

Warum sind viele Fledermäuse gefährdet?

Als gebäudebewohnende Fledermausart brauchen das Große Mausohr und die Kleine Hufeisennase ungenutzte Dachböden, um darin zu leben. Heute werden viele alte Gebäude renoviert, wodurch geeignete Räume für die Wochenstuben und Sommerquartiere verschwinden. Außerdem werden giftige Holzschutzmittel verwendet, um das Holz z. B. vor Holzwürmern zu schützen. Dadurch werden aber auch die Fledermäuse geschädigt. Insektenreiche Wiesen und Wälder sind inzwischen selten, da in der Landwirtschaft oft Mittel eingesetzt werden, um die Insekten zu töten. Dadurch fehlt es den Fledermäusen an Nahrung. Die Kleine Hufeisennase braucht zur Orientierung lückenfreie Strukturen von Gehölzen und Hecken. Werden diese entfernt, findet sich die Fledermaus nicht mehr zurecht.

Entdeckertour

Viele Lebewesen der Landeszielartenliste leben auch im FFH-Gebiet Müglitztal und am Landgut …

… und diese könnt ihr auch entdecken, wenn ihr aufmerksam durch das Müglitztal wandert. In einer kleinen Auswahl aus Flora und Fauna erhaltet ihr einen Einblick in die bedrohten Arten und erfahrt Wissenswertes zu Aussehen, Vorkommen und Eigenschaften.   

Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria)

Der tagaktive Nachtfalter mit den auffälligen, schwarz-weißen Vorderflügeln lebt in vielen verschiedenen Lebensräumen. Zur Nahrungsaufnahme bevorzugt er vor allem eine bestimmte Blütenpflanze: den Wasserdost (Eupatorium cannabinum). Dieser kommt bei uns am LGKS im Bienenwald und an den Rändern der weitläufigen Wälder vor. Dort findet man auch den Schmetterling aus der Familie der Bärenspanner. Die Spanische Flagge ist auch unter dem Namen „Russischer Bär“ bekannt, diesen trägt er übrigens wegen seiner dicht behaarten, braunen Raupen.

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Kammmolch (Triturus cristatus)

Die größte heimische Molchart bevorzugt größere, besonnte Gewässer mit einer krautreichen Unterwasservegetation. Die Naturschutzteiche am Landgut, in denen keine Fische als Konkurrenz leben, bieten den Kammmolchen einen geeigneten Lebensraum. Er braucht außerdem Lebensräume an Land mit Totholzhaufen und Gebüschen in der direkten Umgebung des Teichs. Lebt der Molch im Wasser, dann bilden die Männchen unter anderem den namensgebenden, hohen, gezackten Rückenkamm aus. Nach der Paarung verlassen die Molche das Wasser und die auffällige „Wassertracht“ wird zurückgebildet.

Großes Mausohr (Myotis myotis)

Mit einer Flügelspannweite von bis zu 40 cm ist sie die größte, heimische Fledermausart. Das Große Mausohr jagt vor allem Laufkäfer, Spinnentiere und Hundertfüßer am Boden. Die Fledermaus hört dabei mit den großen Ohren die „raschelnden“ Geräusche der Beute und nutzt zur Jagd nur selten das Echolot. Sie jagt in alten Laub- und Laubmischwäldern und schläft im Sommer auf großen Dachböden, auf denen sie nicht gestört wird. Mit Fledermauskästen wird den kleinen, geflügelten Säugern ein zusätzlicher Unterschlupf geboten.

Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros)

Die Kleine Hufeisennase ist eine Fledermausart, die ihren Namen einem hufeisenförmigen Hautlappen um deren Nasenlöcher verdankt. Damit kann sie die Ultraschallwellen auch über die Nase ausstoßen und gleichzeitig Nahrung aufnehmen. Die meisten Arten senden den Ultraschall über das Maul aus und können immer nur entweder fressen oder Schallwellen aussenden. Die kleine Fledermaus fliegt schnell und jagt kleine, umherschwirrende Insekten. Wie das Große Mausohr schläft auch die Kleine Hufeisennase auf ungestörten Dachböden.

Zauneidechse (Lacerta agilis)

Die scheuen Reptilien sind anpassungsfähig und finden in vielen strukturreichen Flächen einen Lebensraum. Im Schulwald des LGKS sind Totholzhaufen und naturbelassene Bereiche besonders beliebt bei der Zauneidechse. Oft sind sie auch in naturbelassenen Gärten und entlang von Zäunen zu finden. Daraus ergibt sich der Name des Reptils. Während der Paarungszeit leuchten die Männchen smaragdgrün, sonst ist die Grundfarbe der Tiere braun mit dunkleren Flecken und hellen Rückenstreifen.

Arnika (Arnica montana)

Die Pflanze mit den leuchtend gelben Blüten wird als Heilpflanze bei z. B. Prellungen verwendet. Arnika wächst häufig auf mageren Flächen, die wenig beweidet werden, aber auch in lichten Wäldern kann man die Pflanze finden. Am Landgut gibt es viele Wiesen, die nur wenig (extensiv) genutzt werden und dadurch Lebensraum für viele verschiedene Pflanzen und Tiere bieten. In den letzten Jahren haben sich dort artenreiche Flächen entwickelt.

Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula)

An Wiesenrändern und lichten Wäldern kann man das violett leuchtende Stattliche Knabenkraut entdecken. Diese heimische Orchideen-Art blüht zwischen Mai und Juni und kann stattliche 70 Zentimeter hoch wachsen. Vielerorts findet das Knabenkraut gute Standortbedingungen. Durch klimabedingten Trockenstress, Überdüngung und Zerstörung geeigneter Lebensräume sind die Bestände stark rückläufig. Das Stattliche Knabenkraut ist in Sachsen vom Aussterben bedroht und steht in der freien Natur unter Naturschutz und darf nicht gepflückt werden.

Expertenwissen

Eigeninitiative ergreifen

Was können wir zum Schutz der Tierarten tun?

Ein Lebewesen braucht zum Überleben zwei wesentliche Dinge: einen Lebensraum und Nahrung. Die Fledermaus braucht zum Beispiel ein Quartier für den Sommer, ein Quartier für den Winter und einen guten Bereich zum Jagen. Im Jagdgebiet muss die Fledermaus sich gut orientieren können und genügend Insekten als Nahrung finden. Es ist hier deshalb wichtig, dass wir den Lebensraum der Tiere schützen. Das bedeutet, dass Dachböden nicht ausgebaut werden, keine starken Insektizide genutzt werden und Insektenreiche Wälder erhalten werden. Im Garten können kleine wilde Bereiche mit vielen Insekten für Fledermäuse viel Nahrung bereithalten. So können Garten- und Hausbesitzer einen Beitrag zum Erhalt der Fledermäuse leisten.

Das Quiz zur Landeszielartenliste

Quiz zur Landeszielartenliste starten

Auf zu den Portraits von den zahlreichen Pflanzenarten der Landeszielartenliste Sachsen. Beantwortet die Fragen und werdet zu Pflanzen-Experten. Sicher habt ihr von der ein oder anderen Art schon einmal etwas gehört oder seid ihr auf unserer Entdeckertour begegnet … Viel Spaß beim Knobeln!

Start

Die Schwarz-Pappel (Populus nigra) gilt als bundesweit „gefährdet“. Neben der Vernichtung ihres Lebensraumes (gut wasser- und nährstoffversorgte Bereiche an Gewässern) gilt besonders die Einkreuzung der Hybridpappel (Populus x canadensis) als Hauptgefährdungsursache.

Welche Baumart ist v.a. durch Hybridisierung, also der Einkreuzung anderer Arten, gefährdet?




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Die Landeszielartenliste wurde 2012 vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie auf Basis bundesweit vorgeschlagener Kriterien erarbeitet.

Seit wann existiert die Landeszielartenliste in Sachsen?




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Der sogenannte Zwerg-Igelkolben (Sparganium natans) gehört zur Familie der Rohrkolbengewächse und ist in der Landeszielartenliste Sachsen zu finden. Er wächst in nährstoffarmen Gewässern in Wassertiefen von 0,2 m bis 1,5 m. Er besiedelt auch Gräben und Torfstiche.

Welche Pflanze gibt es wirklich?




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In der Landeszielartenliste Sachsen werden u. a. Angaben zum Gefährdungsgrad der Arten (Rote Liste Sachsen, Rote Liste Deutschland) sowie zu ihrem Lebensraum gemacht.

Welche Angaben über die Tier- und Pflanzenarten sind in der Landeszielartenliste aufgeführt?




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Arnika (Arnica montana) ist eine der bekanntesten Heilpflanzen Deutschlands. Sie wird auch heute noch häufig bei der Wundheilung eingesetzt. Man findet sie in Sachsen v. a. im Bergland und selten im Hügel- und Tiefland. Häufig wächst Arnika auf Magerwiesen oder im Randbereich von Mooren und auf Waldlichtungen.

Welche Pflanze der Landeszielartenliste wird häufig als Heilpflanze verwendet?




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Das Schwimmende Froschkraut (Luronium natans) ist eine weißblühende, ausdauernde, jedoch konkurrenzschwache Schwimmblattpflanze. Wichtige Gefährdungsfaktoren sind Eutrophierung der Gewässer, Entwässerungsmaßnahmen, Schadstoffeintrag, die intensive Teichwirtschaft sowie Fischbesatz.

Für welche stark gefährdete Pflanzenart sind Eutrophierung von Gewässern, Schadstoffeintrag sowie Entwässerungsmaßnahmen die Hauptgefährdungsursachen?




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Wissenskiste

Wir haben spannende Lerneinheiten rund ums Thema „Pflanzen und Tiere im Müglitztal“ zusammengestellt. Neben Wissenswertem – verständlich erklärt – gibt es knobelige Aufgaben, Suchsel und Quiz. Im Kreativteil könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen und bunte Meisterwerke schaffen …

Für interessierte Bildungseinrichtungen haben wir ein ganzes Kompendium zur Unterrichtsbegleitung erarbeitet, mehr dazu in der Wissenskiste.

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Weitere Episoden

Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.

Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.