Fleder­mäuse im Müglitztal

Kleine Hufeisennase, Mopsfledermaus und Co.

Fledermäuse haben schon lustige Namen und sind auch grundlegend ganz besondere Tiere. Sie sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können – nur mit ihren Händen und ohne Federkleid. Erfahre mehr spannende Eigenschaften zu Fledermäusen, warum sie so wichtig sind und wie man sie schützen kann.

Die Superkräfte der Fledermaus

Mit den Händen fliegen!
Fledermäuse sind keine Vögel und trotzdem können sie fliegen. Kein anderes Säugetier kann das so gut wie sie. Sie haben keine Federn, die sie durch die Lüfte tragen, sondern eine raffinierte Flughaut zwischen Armen und Körper. Diese Häute spannen sich zwischen den ausgeprägten Fingerknochen und Handgelenken, den Schultern bis zu den Beinen.
Mit den Ohren sehen!
Fledermäuse sind nachtaktiv und jagen im Dunklen. Sie orientieren sich, indem sie Ultraschallwellen ausstoßen. Diese treffen auf Gebäude, Bäume oder schmackhafte Nachtfalter und werden reflektiert. An den zurückkommenden Wellen erkennt die Fledermaus, was sich vor ihrer Nase befindet. Sie haben sehr große Ohren, die die Schallwellen wie einen Trichter aufsaugen.
Kopfüber schlafen!
Tagsüber und während des Winterschlafs hängen Fledermäuse kopfunter in ihren Verstecken und krallen sich mit den Hinterbeinen an Mauervorsprüngen, Felsen oder Dachbalken fest. So sind sie besser vor Angreifern geschützt als auf dem Boden ruhende Tiere. Bei Gefahr können sie sich fallen lassen und sofort losfliegen, ohne die Schwerkraft überwinden zu müssen.
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Wisst ihr, warum Fledermäuse gern im Müglitztal leben?

Im FFH-Gebiet Müglitztal fühlen sich Fledermäuse sichtlich wohl – besonders auch seltene Arten, wie die Kleine Hufeisennase, das Große Mausohr oder die Mopsfledermaus. Hier gibt es wertvollen Lebensraum zum Schlafen, Jagen, Überwintern und zum Schutz. Der Fluss Müglitz und andere Wasserquellen, wie Bäche, Tümpel, Wald- und Naturschutzteiche sind sehr wichtig für die Fledermäuse. Im Verhältnis zu ihrer Körpergröße ist die Flughaut ihrer Flügel sehr groß. Die Haut ist ein Organ und braucht viel Wasser. Fledermäuse müssen daher viel trinken, sonst trocknen sie aus.

Entdeckertour

Fledermäuse auf Müglitztal-Rundflug

Mit seinem hohen Fledermausvorkommen hat das FFH-Gebiet Müglitztal eine besondere Bedeutung für den Artenschutz. Dabei gibt es verschiedene Schutzmaßnahmen, die sich bei einer Wanderung durch das Schutzgebiet entdecken lassen …  

Sommerquartiere

Im Müglitztal gibt es zum Glück viele Verstecke. Fledermäuse benötigen Sommer- und Winterquartiere. Sie lieben Baumhöhlen, Totholzstämme, Felsspalten und Höhlen. Vereinzelt finden sie auch Zugang zu Dachböden, Kellern oder Holz- und Geräteschuppen. In den Wäldern im Müglitztal haben einige Fledermausfreunde Kästen aufgehängt, in denen sie tagsüber ungestört schlafen können.

Fledermausarten

Rund 1.000 Fledermausarten bewohnen unsere Erde und das schon seit über 50 Millionen Jahren. In fast allen Klimazonen sind sie zuhause, bevorzugen aber wärmere Regionen. Dadurch nimmt die Artenvielfalt vom Äquator zu den Polen hin ab. Es gibt 25 Fledermausarten in Deutschland. Rund die Hälfte der Arten ist gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Zu ihnen gehören die Große und Kleine Hufeisennase sowie die Wimpern- und Mopsfledermaus. Letztere ist eine typische Waldfledermaus und ein guter Indikator für den Zustand unserer Wälder. Mopsfledermäuse benötigen strukturreiche Gebiete, ausreichend Alt- und Totholz und ernähren sich von Insekten, insbesondere Nachtfaltern.

Insektenbuffet

Unsere heimischen Fledermäuse fressen ausschließlich Insekten wie Motten, Falter oder Käfer und davon große Mengen. In einer Nacht fängt eine Fledermaus bis zu 1.000 Insekten. An den Wasser- und Feuchtgebieten kann man außerdem gut speisen, denn überall dort, wo es Wasser gibt, tummeln sich Mücken, Nachtfalter und Schnaken. Dieser Eulenfalter ernährt sich zum Beispiel von Früchten, Beeren oder Nektar, wurde im Schulwaldquartier der „Fruchttragenden Bäume“ begutachtet und steht auf der Speisekarte vieler Fledermäuse.

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Fledermaus-Kommunikation

Fledermäuse orientieren sich mithilfe von Ultraschallwellen. Hochfrequente Laute werden als Wellen ausgestoßen, treffen auf Objekte wie Bäume, Hauswände oder Beutetiere und werden reflektiert. Die Rufe der Fledermäuse sind für den Menschen kaum hörbar, die menschliche Hörfähigkeit endet bei einer Frequenz von 16 bis 18 Kilohertz (kHz). Fledermäuse hingegen kommunizieren in einem Frequenzbereich von 20 bis zu 140 Kilohertz. Somit zählen Fledermäuse zu den lautesten Tieren der Welt. Wusstest du, dass wir Fledermäuse erst seit etwa 20 Jahren mit der Entwicklung der Fledermaus-Detektoren, hören können?

Lust auf eine Fledermaus-Nacht? Batnight!

Die Batnight findet traditionell am letzten Augustwochenende statt, und das mittlerweile weltweit in über 35 Ländern.

Zur Internationalen Nacht der Fledermaus veranstalteten der NABU Sachsen und die Landesstiftung Natur und Umwelt das Fledermausfest. Veranstaltungsort war das Schloss Maxen, das neben seiner idyllischen Lage besonders durch sein vorhandenes Fledermausquartier punkten konnte.

Erlebnisbericht junger Fledermaus-Entdecker

Kopfüber-Hotels, ein „Blindflug“ durch den Wald, Forschungsgeschichten und jede Menge Spaß: Seht hier was neugierige Naturforscher bei uns alles erleben können!

Regelmäßig bieten wir besondere, naturkundliche Exkursionen für Bildungseinrichtungen und interessierte Gruppen an. Wir sind der Partner für praktischen Naturschutz und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Ob auf einer Exkursion, im Unterricht, als Team-Event, … – neben aufbereitetem Lernmaterial, bieten wir auch geführte Wanderungen im FFH-Gebiet Müglitztal an.

Ihr seid interessiert an unseren Bildungsangeboten? Dann stellen wir euch gerne unser Programm vor – wir freuen uns auf eure Nachricht!

Die Abenteuer der kleinen Fledermaus

Das von den Grundschülern aus Liebstadt bebilderte Fledermaus-Abenteuer erzählt die Geschichte der kleinen Fledermaus Fritz-Holly und ihrer Familie. Vertrieben aus dem Dachstuhl eines Wohnhauses, sucht sie nach einem neuen Quartier. Eine Entdeckungsreise mit kleinen und großen Gefahren. Hier kannst du die Geschichte lesen, anhören oder als Video vorlesen lassen.

Natur für die Ohren

Podcast zur Fledermaus hören

Was kann ich zum Schutz von Fledermäusen tun?

Doro und Maria sprechen über die Eigenschaften von Fledermäusen, was auf ihrem Speiseplan steht und wo man sie bei Nacht am besten beobachten kann …

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Mit ungefähr 800 Fledermäusen bildet das Müglitztal das größte, bekannte Winterquartier der Kleinen Hufeisennase. Fledermäuse verschlafen etwa die Hälfte des Jahres. Von Anfang November bis Ende März halten sie Winterschlaf. Dafür benötigen sie geeignete Quartiere…

Was diese besondere Fledermausart ausmacht, weshalb sie stets auf der Suche nach Gebäuden ist und warum wir sie schützen sollten, erfahrt ihr in unserem Audiobeitrag.

Eigeninitiative ergreifen

Do-it-yourself: Anleitung zum Bau von Fledermauskästen

Fleder­maus­käs­ten bauen und anbringen

Ein Quartier für die Fledermäuse

Es ist nicht schwer einen Fledermauskasten zu bauen. Allerdings sollte man ein paar Dinge beachten, damit sich Fledermäuse in ihrem zukünftigen Quartier wohlfühlen.

Du benötigst dafür:

  • 20-25 mm dicke Holzbretter (unbehandeltes, sägeraues Kiefern-, Tannen- oder Fichtenholz)
  • Schrauben oder Nägel
  • Holzleim
  • Leinöl


Viele Naturschutzverbände, wie beispielsweise der NABU haben detaillierte und bemaßte Bauanleitungen für deinen Fledermauskasten entwickelt.

Tipps:
Die Innenseite der Rückwand sollte schön rau sein, damit sich die Fledermäuse gut in das Holz hineinkrallen können. Gegebenenfalls können kleine Rillen eingefräst oder die Oberfläche mit einer Feile aufgeraut werden. Achte darauf, dass keine Schrauben oder Nägel herausragen, woran man sich verletzen könnte. Wichtig ist außerdem, dass kleine Ritzen mit Holzleim abgedichtet werden, damit kein Durchzug entsteht und die Fledermäuse sich wohlfühlen.

Den richtigen Platz finden:
Fledermäuse mögen es warm und windgeschützt. Hänge den Kasten an einen ruhigen, wenig frequentierten Ort auf, idealerweise südöstlich / östlich ausgerichtet. Wenn du dafür einen Baum wählst, sollte die Einflugschneise hindernisfrei, also frei von Ästen und Zweigen sein und der Kasten in einer Höhe von mindestens 4 m angebracht werden, damit sich die Fledermäuse beim Ausflug nach unten fallend nicht verletzen. Zudem schwärmen sie gern um den Fledermauskasten in einer geschützten Höhe. Nun muss geduldig gewartet werden, ob die Fledermäuse das neue Quartier annehmen.

Do-it-yourself: Anleitung zur Herstellung von Seedbombs

Nachtblumen-Seedbomb

Du benötigst für die selbstgemachten Seedbombs:

  • 200 g Pflanzenerde (ohne Torf)
  • 200 g Tonerde (Tonpulver)
  • 50 g Samen
  • Wasser

So geht’s:

  1. Zuerst solltest du die Erde durch ein feines Sieb sieben.
  2. Als Nächstes mischst du die Erde mit den Samen und dem Tonpulver.
  3. Danach gibst du langsam einige Tropfen Wasser dazu und knete die Mischung gut durch, wie Kartoffelklöße.
  4. Aus der Masse formst du Kugeln so groß wie Tischtennisbälle und lässt diese gut trocknen. Du solltest sie dabei in regelmäßigen Abständen wenden.
  5. Nach ca. drei Tagen sind die Samenkugeln gut durchgetrocknet.

Werfen – Warten – (Bee)Wundern

  1. Wirf die Kugel von März bis Juni oder im September auf eine Fläche lockerer Erde. Alternativ passt sie auch in einen Blumentopf.
  2. Sorge dafür, dass die Erde nicht austrocknet und warte. Je nach verwendeter Samensorte kommt es erst nach mehreren Monaten zur Blüte.
  3. (Bee)Wundere deine tolle Blühwiese und die Insekten, die um sie herumsummen.

Das Fleder­maus­quiz

Fledermaus-Quiz starten

Fledermäuse sind geheimnisvoll und außergewöhnlich! Kein Wunder, die kleinen Säugetiere sind einzigartig und haben Superkräfte: Sie sehen mit den Ohren, fliegen mit den Händen, schlafen mit dem Kopf nach unten und gleiten lautlos durch die Nacht. Was hast Du noch über die Fledermäuse gelernt? In unserem Quiz kannst Du dein Wissen testen und zum Fledermaus-Champion werden!

Start

Durch die Schaffung von Unterschlüpfen wie Fledermausbrettern, das Belassen von Nischen in alten Gebäuden oder das Erhalten von alten Bäumen und Totholz (Baumhöhlen) kann man Fledermäuse unterstützen. Auch die Gestaltung von naturnahen, artenreichen Gärten trägt zum Fledermausschutz bei.

Wie kann man zum Fledermausschutz beitragen?




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Mit der Echoortung können sich Fledermäuse im Dunkeln orientieren. Sie senden dazu aktiv Schallwellen aus, nehmen das Echo auf und werten es aus. Sie können so auch Beutetiere (Insekten) orten und deren Bewegung wahrnehmen.

Wozu nutzen Fledermäuse die Ultraschall-Echoortung?




2/6

Besonders die intensive Landwirtschaft, verbunden mit einer großflächigen Bewirtschaftung, dem Einsatz von Insektiziden und die Sanierung von Gebäuden führen zum Verlust von Lebensraum und Nahrung für die Fledermäuse und somit zu ihrer Gefährdung.

Was sind die Hauptgründe für die Gefährdung der Fledermäuse?




3/6

Während des Winterschlafes laufen sämtliche Lebensfunktionen auf Sparflamme. Der Herzschlag fällt von ungefähr 600 Schlägen pro Minute auf nur 10 Schläge ab und auch die Atemfrequenz geht stark zurück.

Im Winterschlaf schlägt das Herz der Fledermaus...




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Fledermäuse senden Töne im Ultraschallbereich aus. Die Laute werden in einem Bereich von etwa 20 bis zu 100 Kilohertz erzeugt. Der Mensch hört lediglich Geräusche bis 20 Kilohertz.

In welchem Frequenzbereich sendet die Fledermaus ihre Rufe?




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Die Wochenstube ist das Quartier, in dem sich die trächtigen Weibchen zusammenfinden und ihre Jungtiere gebären. Sie umfassen je nach Art ca. 20 bis 50 Muttertiere. Beim abendlichen Jagdflug verbleiben die Jungtiere in der Wochenstube.

Was sind sogenannte „Wochenstuben“?




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Wissenskiste

Wir haben spannende Lerneinheiten rund ums Thema „Fledermäuse im Müglitztal“ zusammengestellt. Neben Wissenswertem – verständlich erklärt – gibt es knobelige Aufgaben, Suchsel und Quiz. Im Kreativteil könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen und bunte Meisterwerke schaffen …

Für interessierte Bildungseinrichtungen haben wir ein ganzes Kompendium zur Unterrichtsbegleitung erarbeitet, mehr dazu in der Wissenskiste.

Um die Angebote in der Wissenskiste zu nutzen, wird ein Passwort benötigt, dieses kann ganz einfach per E-Mail angefordert werden. Jetzt Passwort anfordern!

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Weitere Episoden

Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.

Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.