Entdeckungen im Ökosystem Wald

Stoffkreisläufe und ihre Bedeutung

Das Ökosystem Wald ist ein wahres Wunderwerk und wird nicht zuletzt als „Grüne Lunge“ der Erde bezeichnet. In dieser Episode stellen wir dieses komplexe Gefüge aus Flora und Fauna vor. Dabei lernen wir die so notwendigen Stoffkreisläufe kennen und wie sich diese auf die Funktionen des Waldes auswirken. Der Klimawandel wird besonders auch im Wald sichtbar, daher müssen wir ihn schützen und was das bedeutet erfahrt ihr auf dieser Seite.

Wunderwerk Wald

Was ist ein Ökosystem?
Ein Ökosystem besteht aus einem Biotop und den darin lebenden Organismen verschiedenster Arten. Ein Biotop zeichnet sich durch Vorkommen von Erde, Luft, Wasser sowie Boden, Luftdruck und weiteren Faktoren aus. Das Biotop ist der Lebensraum für alle Tiere und Pflanzen eines Ökosystems. Darin gibt es eine Vielzahl von Stoffkreisläufen, die ineinandergreifen und voneinander abhängig sind.
Der Wald ist wichtig!
Bemerkenswert sind die zahlreichen Leistungen, die ein gesunder und stabiler Wald für Pflanzen, Tiere und Menschen bereithält. Bäume filtern Wasser und Luft, liefern Sauerstoff, binden CO2, bremsen Stürme, verhindern Hochwasser und schützen den Boden vor Erosion – wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna. Bäume liefern Holz und wertvolle Nahrung für viele Tierarten, bieten Schatten und helfen Wasser zu speichern.
Der Wald ist in Gefahr!
In Deutschland wird der Zustand des Waldes regelmäßig im sog. Waldzustandsbericht des BMEL erfasst. Neben aktuellen Informationen zur Gesundheit des Waldes werden auch Gefahren für den Waldbestand benannt. Durch den fort­schreitenden Klimawandel sind unsere Wälder z. B. durch Wasserknappheit, Waldbrände, Sturm oder den Borkenkäfer bedroht. Diese Gefahren müssen künftig berücksichtigt werden.
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Baumhöhlen

Lichtung

Felsspalten

Fledermaus-Exkurs

Fledermäuse und der Wald

Fledermäuse lieben den Wald. Sie finden Unterschlupf in Gesteins- und Baumhöhlen. Hierfür eignen sich vor allem besonders große und alte Bäume. Außerdem leben vor allem am Waldrand und in lichteren Bereichen des Waldes zahlreiche Insektenarten, welche die Nahrungsgrundlage der Fledermäuse bilden.

Entdeckertour

Der Wald ist eines der bekanntesten Ökosysteme.

Auch wenn er an keinem Ort in Deutschland mehr vom Einfluss des Menschen unberührt ist, existieren dort zahlreiche komplexe Kreisläufe, die voneinander abhängig sind und sich in einem fragilen Gleichgewicht befinden.

Der Stoffkreislauf des Waldes

Aus Wasser, Kohlenstoffdioxid, Nährstoffen und Sonnenenergie produzieren Bäume, Sträucher und krautige Pflanzen Sauerstoff und Biomasse (Stamm, Blätter/Nadeln, Früchte). Das nennt man auch Photosynthese. Pflanzen (-teile) werden von verschiedenen Tieren gefressen (Mäuse, Eichhörnchen). Diese werden wiederum von anderen Tieren gefressen (Fuchs, Greifvögel). Der Kot und tote Tiere werden durch Bakterien, kleine Tiere und Pilze zersetzt. So wird ein Teil des Kohlenstoffs wieder freigesetzt und gelangt an die Luft. Außerdem werden Nährstoffe im Boden frei, die den Pflanzen wieder zum Wachstum dienen. Somit schließt sich der Stoffkreislauf des Waldes wieder. Der Wald bietet so wichtigen Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Tiere und bindet nebenbei noch große Mengen Kohlenstoffdioxid im Holz und Boden. Somit wirken Wälder dem Klimawandel entgegen.

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Wasserkreislauf im Wald

Wenn es regnet, gelangen Wassertropfen auf die Baumkronen. Ein Teil verdunstet direkt wieder, geht also als Gas wieder in die Luft. Der Rest des Regenwassers gelangt entlang der Baumstämme zum Boden und trifft auf den Waldboden. Auch dort verdunstet ein Teil des Wassers. Ein anderer Teil versickert im Boden und gelangt ins Grundwasser. Die Bäume nutzen das im Boden befindliche Wasser für ihre Photosynthese, ihr Wachstum und verdunsten einen Teil davon über die Blätter. Das verdunstete Wasser sammelt sich in der Luft und regnet schließlich an einer anderen Stelle wieder ab. Somit schließt sich der Kreis. Der Wald ist ein enorm wichtiger Wasserfilter und -speicher, schützt uns vor gravierenden Hochwassern und liefert uns sauberes Wasser.

Kreislauf eines Baumes

Der Kreislauf eines Baumes im Wald beginnt mit dem Anflug oder Aufschlag eines Samens, nehmen wir als Beispiel eine Buchecker. Diese Buchecker muss einen Winter überstehen, in dem die natürliche Keimhemmung durch die hohe Feuchtigkeit und die niedrigen Temperaturen in der Fruchtschale abgebaut wird. Erst dann kann im nächsten Frühjahr eine kleine Buche aus dem Samen keimen. Im Laufe der nächsten Jahre wächst die kleine Buche mithilfe des Lichts, des Wassers und der Mineralien im Boden und wird, wenn sie sich gegen ihre Konkurrenten durchsetzen kann, zu einem stattlichen Baum. Nach einer Lebensspanne von circa 300 bis 400 Jahren ist die Buche sehr alt. Viele Tiere und Pilze leben in und von ihrem Holz, bis eines Tages ein schwerer Sturm kommt und die alten Wurzeln nicht mehr standhalten können. Dann werden über weitere viele Jahre Pilze und Kleinstlebewesen das Holz der Buche zersetzen und dem Boden wertvolle Nährstoffe wieder zurückgeben. Auf der frei gewordenen Fläche ist nun wieder Licht, in welchem eine neue Generation Buchen mithilfe der Nährstoffe des zersetzten alten Baumes zu neuen großen Bäumen heranwachsen kann.

Natur für die Ohren

Wie geht es den Stoffkreisläufen unserer Natur?

In diesem Audiobeitrag spricht Doro mit Forstexperte Hubert Beslmeisl (Revierleiter Riedenburg) über die aktuellsten Kenntnisse im Bereich der Stoffkreisläufe und wie sie auf den Klimawandel reagieren …

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Herr Beslmeisl hat uns ergänzend zum Gespräch eine Auswahl an Infografiken, zu denen er im Beitrag spricht, mitgegeben. Wenn Ihr noch mehr zu der Waldklimastation Riedenburg erfahren möchtet, empfehlen wir die Website der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.

Expertenwissen

Gerät der Wald aus dem Gleichgewicht?

Warum ist ein Gleichgewicht im Ökosystem Wald wichtig?
Weil alle Elemente des Ökosystems Wald miteinander vernetzt sind. Wenn eine Komponente, ein Tier, eine Pflanze, ein Schlüsselbiotop wegfällt, hat das Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem. Zum Beispiel „Nahrungskette bzw. Nahrungsnetz“: Es existieren Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Organismen.
Warum ist das Insektensterben ein so akutes Problem?
Insekten haben eine Schlüsselfunktion. Sie stehen am Anfang der Nahrungskette, d.h. viele andere Tiere benötigen sie als Nahrungsgrundlage (z. B. Vögel, Fledermäuse). Die Bestäubungsleistung der Insekten ist für das Wachstum vieler (Futter-) Pflanzen essenziell. Sterben beispielsweise Wildbienen aus, verschwinden infolge dessen Pflanzen- und somit auch Tierarten. Die Natur gerät aus dem Gleichgewicht.
Warum ist der Klimawandel so gefährlich?
Der Klimawandel verändert die Temperaturen im Sommer und der Niederschlag fällt zu ungünstigeren Zeitpunkten. Zu lange Trockenphasen, übermäßige Regenfälle, Überflutungen. Das Waldbild verändert sich. Viele Tier- und Pflanzenarten sind daran nicht angepasst, der Artenverlust nimmt zu. Wetterextreme häufen sich, es folgen zusätzliche Belastungen für das Ökosystem und die zahlreichen Kreisläufe.
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Eigeninitiative ergreifen

Menschen bei Wanderung im Wald

Der Schutz des Waldes beginnt bei Dir!

Tipps & Tricks für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen

Um den Wald zu schützen, kann jeder einen kleinen Beitrag übernehmen. So sollte man bei jedem Waldbesuch Rücksicht auf die Bewohner nehmen, nicht Rauchen und immer den verursachten Müll wieder mit nach Hause nehmen. Auch im alltäglichen Leben können wir den Wald schützen, indem wir auf recyceltes Drucker- und Toilettenpapier zurückgreifen. Dabei wird nicht nur eine Menge Wasser gespart, auch frisches Holz muss nicht extra dafür verwendet werden.

Kreisläufe am Landgut Kemper & Schlomski

Am LGKS steht eine ökologische, nachhaltige Nutzung der Natur im Vordergrund. Die Kreisläufe der Natur werden nachgebildet und werden weite Transportwege, Emissionen und Müll minimiert. Das Holz aus dem eigenen Wald dient als Bauholz für die historischen Hoftore sowie Stallungen und Sitzmöglichkeiten für Besucher. Auch bei der Herstellung von Fruchtaufstrichen aus Obst der eigenen Streuobstwiesen wird bewusst auf die Mehrwegverwendung der Gläser geachtet.

Das Wald-Quiz

Ökosystem Wald – Das Quiz

Nach dieser Entdeckertour durch alle Schichten dieses vielfältigen und bedeutenden Ökosystems habt ihr nun die Möglichkeit, euer Wissen zu testen und noch das ein oder andere dazuzulernen. In unserem Wald-Quiz steht euch ein bunter Mix aus Fragen rund um den Wald, seine Funktionen und Strukturen zur Verfügung – Viel Spaß beim Knobeln!

Start

Wie sieht es mit dem Verhältnis von Zuwachs und Holzentnahme in den deutschen Wäldern aus?




1/6

Welches „Abfallprodukt“ entsteht bei der Photosynthese?




2/6

Weshalb werden Wäldern Funktionen zugeordnet?




3/6

Was ist ein Teilaspekt der im Waldbericht der Bundesregierung genannten Vision hinsichtlich der deutschen Waldökosysteme?




4/6

Welche Funktionen werden dem Oberbegriff der Schutzfunktion des Waldes zugeordnet?




5/6

Weshalb sind Wälder wichtig für den Wasserschutz?




6/6

Das Reh-Quiz

Das Reh ist aus unserer Kulturlandschaft nicht wegzudenken. Rehe sind häufig zur Dämmerung auf Wiesen, Feldern und Fluren zu sehen. Warum kann das Leben auf landwirtschaftlichen Wiesen so gefährlich für Rehe und ihre Jungtiere sein? Ihr kennt die Antwort? Viel Spaß beim Lösen des Quiz!

Start

Sie können ein Gewicht von bis zu 30 kg erreichen.

Wie schwer werden Rehböcke in etwa?




1/6

Das Europäische Reh (Capreolus capreolus) ist die in Europa häufigste und zugleich kleinste Art der Hirsche. Als Trughirsch ist es näher mit Rentier und Elch verwandt, als mit dem heimischen Rothirsch. Das Reh gehört zur Ordnung der Paarhufer, ist ein Wiederkäuer wird den Hirschen (Geweihträgern - Cerviden) zugeordnet.

Zu welcher Familie gehört das Rehwild?



2/6

Rehe verursachen im Wald beachtliche Vebiss- und Fegeschäden. Durch das Abbeißen von Knospen und Trieben entstehen Verbissschäden, durch das Abstreifen des Bastes von ihrem Gehörn am Stamm junger Bäume entstehen Fegeschäden.

Welche nennenswerten Schäden verursachen Rehe im Wald?




3/6

Die Kitze werden meist im Mai/Juni geboren. Vorerst bleiben sie dort liegen, wo sie geboren wurden. Diese Zeit fällt meist mit der Wiesenmahd der Landwirte zusammen. Wildscheuchen können dabei helfen, Rehe von den zu mähenden Wiesen zu vergrämen und den Kitzen somit das Leben retten.

Wann werden die Kitze geboren?




4/6

Weibliche Rehe tragen im Gegensatz zu den Rehböcken kein Gehörn. Sie sind häufig etwas kleiner und leichter als ihre männlichen Artgenossen.

Tragen weibliche Rehe ein Geweih (bei Rehen auch Gehörn genannt)?




5/6

Rehe sind im Gegensatz zu den „echten Hirschen“ Wald- und Buschtiere, bevorzugen unterholzreiche Habitate und leben zumeist ganz allein. Im Herbst und Winter bilden Rehe größere Gruppen, die von den Jägern als „Sprünge“ bezeichnet werden.

Wann leben Rehe in sogenannten „Sprüngen“ (= Gruppen)?




6/6

Wissenskiste

Wir haben spannende Lerneinheiten rund ums Thema „Ökosystem Wald“ zusammengestellt. Neben Wissenswertem – verständlich erklärt – gibt es knobelige Aufgaben, Suchsel und Quiz. Im Kreativteil könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen und bunte Meisterwerke schaffen … 

Für interessierte Bildungseinrichtungen haben wir ein ganzes Kompendium zur Unterrichtsbegleitung erarbeitet, mehr dazu in der Wissenskiste.

Um die Angebote in der Wissenskiste zu nutzen, wird ein Passwort benötigt, dieses kann ganz einfach per E-Mail angefordert werden. Jetzt Passwort anfordern!

Weitere Episoden

Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.

Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.