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Beitrag vom 14.06.2024
in der Kategorie: Veranstaltungen

7. Jahrestagung von RENN.mitte – „Biodiversität, Klimaanpassung und gesellschaftlicher Zusammenhalt“

Am 12. und 13. Juni fand in Erfurt die 7. Jahrestagung von RENN.mitte zum Thema „Biodiversität, Klimaanpassung und gesellschaftlicher Zusammenhalt“ statt. Die Veranstaltung bot ein vielfältiges Programm mit Exkursionen, Workshops, Podiumsdiskussionen und einem Projektekarussell. Hier hatten wir die Gelegenheit, das Landgut Kemper & Schlomski (LGKS), unsere BNE-Angebote und den Bienenwald vorzustellen. Die Tagung ermöglichte einen spannenden Austausch mit vielen anderen Akteuren und Initiativen und gab wertvolle Impulse.

Tag 1 – Ein inspirierender Auftakt

Am 12. Juni startete die 7. Jahrestagung von RENN.mitte mit einer herzlichen Begrüßung durch das RENN.mitte-Team und den Moderator Andreas Fritsch. Der Wirkungsraum von RENN.mitte umfasst die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Neben der Vorstellung des Netzwerkes wurden auch die Vertreter der einzelnen Landesverbände und Partnerorganisationen vorgestellt. Als Mitglied des Landesverbandes Nachhaltiges Sachsen e.V. trafen wir auch Vorstand Ralf Elsässer auf der Tagung und tauschten uns zu den anstehenden Vorhaben in der BNE und dem Naturschutz aus.

Nach der Begrüßung teilten sich die Teilnehmenden in Gruppen auf und machten sich auf den Weg zu verschiedenen Exkursionsorten. Unsere Exkursionsgruppe besuchte den „NaturErlebnisGarten Fuchsfarm“, einem umweltpädagogischen BNE-Lernort, der uns aufgrund vieler Parallelen zu unserem eigenen BNE-Lernort begeisterte.

Uta Krispin gab uns viele interessante Einblicke in den „Steiger“.

Bei unserer Ankunft wurden wir von Uta Krispin, der Revierleiterin des Erfurter Stadtwaldes „Steiger“, empfangen. Auf dem Weg zur Fuchsfarm lernten wir viele interessante Aspekte des Mischwaldes kennen. Besonders auffällig war der gesunde Zustand der Bäume. Hier wachsen Eschen, Eichen, Hainbuchen und im Nordamerikanischen Revier sogar Hickorynussbäume. Uta Krispin erklärte uns die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes und die Anpassungsstrategien an den Klimawandel. Auch dieser Wald ist – wie unser Wald – PEFC-zertifiziert.

Die Fuchsfarm, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert, bot uns viele spannende Einblicke: Ökogarten, Barfußpfad, eine eigene Imkerei und den beeindruckenden Weidendom. Es gab viel Interessantes zu sehen. Die verschiedenen Biotope gehören, wie das Müglitztal, zum FFH-Schutzgebietsnetz. Die Fuchsfarm engagiert sich auch in der frühkindlichen und außerschulischen Bildung und trägt das Thüringer Qualitätssiegel BNE. Der Austausch mit einem außerschulischen Lernort, der ähnliche Werte vertritt und im Bereich BNE aktiv ist wie wir, war sehr bereichernd.

Die Fuchsfarm ist ein sehr interessanter BNE Lernort, der viele Parallelen zum LGKS aufweist.

Nach unserer Rückkehr ins Haus Dacheröden folgte ein inspirierender Vortrag mit dem Titel „Vielfalt macht stark – gemeinsam für Biodiversität und Klimaanpassung gegen rechtsextreme Vereinnahmung“ von Prof. Dr. Daniela Gottschlich, Politik- und Nachhaltigkeitswissenschaftlerin, Judith Drühe, Geschäftsführerin Kulturrat Thüringen e.V. und Vertreterin des Bündnisses Weltoffenes Thüringen sowie Dr. Axel Salheiser, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft. Ein Zitat aus dem Vortrag, das uns besonders im Gedächtnis geblieben ist, lautet

Klimaschutz nicht ohne Demokratie. Demokratie nicht ohne Klimaschutz.

Der Vortrag betonte die Wichtigkeit von Bildung und Aufklärung für eine demokratische und nachhaltige Gesellschaft, denn Bildung und Demokratie gehören zusammen. Es ist wichtig, den Teilnehmenden aus der Nachhaltigkeitsarbeit immer etwas mit auf den Weg zu geben, was sie selbstständig umsetzen können, eine Strategie, die wir in unseren Bildungsangeboten seit vielen Jahren umsetzen. Der erste Tag der Konferenz endete mit einem gemütlichen Abendessen, bei dem wir uns mit den anderen Teilnehmenden austauschen und interessante Gespräche führen konnten.

Tag 2 – Impulse und spannende Kontakte

Am Donnerstag, den 13. Juni, begann der zweite Tag der 7. Jahrestagung von RENN.mitte mit dem Grußwort von Thüringens Umweltstaatssekretär Dr. Burkhard Vogel. Er eröffnete das Programm und stimmte die Teilnehmenden auf einen Tag voller spannender Diskussionen und Projekte ein. Er warb für die gemeinsame Umsetzung und die Vernetzung zur Umsetzung der 17 SDGs der Vereinten Nationen.

Anschließend folgte die Podiumsdiskussion „Biodiversität, Klimaanpassung und gesellschaftlicher Zusammenhalt zusammen denken!“. Diese Diskussion erwies sich als äußerst interessant und aufschlussreich und wir konnten viele wertvolle Impulse für unsere eigene Arbeit mitnehmen. Die Referenten betonten die enge Verbindung zwischen den Themen Biodiversität und Klimaanpassung und wie wichtig es ist, diese im gesellschaftlichen Kontext zu betrachten und zu fördern. In ihrem vorangegangenen Impulsvortrag stellte Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, die dem Rat für nachhaltige Entwicklung angehört, die Bedeutung der Biodiversität für ein gesundes Wohlergehen heraus.

Um 12:00 Uhr begann das Projektekarussell, bei dem die Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, 13 innovative Projekte kennenzulernen. Dieses Format bot eine hervorragende Gelegenheit, sich mit weiteren Nachhaltigkeitsakteuren zu vernetzen und neue Ideen und Anregungen zu erhalten. Unter dem Titel „Von Sachsen in die Welt: Mit zukunftsfähigen Waldkonzepten rund um den Bienenwald nachhaltig Ökosystemleistungen stärken – Erlebbar und nachhaltig für die Gesellschaft und die künftigen Generationen“ stellten wir unser Engagement in BNE und Naturschutz vor.

Das Projektekarussell war sehr bereichernd.

Besonders im Fokus standen dabei unsere neuen Angebote, wie der Wildbienen-Führerschein und die Natur-Olympiade. Das Highlight für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektekarussells war der Bienenwald. Durch ein speziell entwickeltes Pflanzkonzept wurde eine Kahlfläche mit blühenden Baum- und Straucharten bepflanzt. So entstand ein insektenfreundlicher Wald, der Wildbienen und vielen anderen Tierarten das ganze Jahr über Schutz und ausreichend Nahrung bietet. Damit schaffen wir nicht nur wertvollen Lebensraum für viele Arten, sondern bieten praxisnahe, lehrreiche und inspirierende BildungserlebnisseWährend des ganzen Tages waren wir zudem mit einem Stand auf dem „Markt der Möglichkeiten“ vertreten und tauschten uns mit vielen Personen aus.

Am zweiten Tag hatten wir die Gelegenheit, an zwei sehr interessanten Workshops teilzunehmen. Wir besuchten den Workshop „Wie viel ist uns die Natur auf dem Acker wert? Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Landwirtschaft vor Ort mitgestalten“. Hier beleuchteten die Impulsgeber Frank Reinicke, Privates Institut für nachhaltige Landbewirtschaftung (INL) und Ralf Demmerle, Fairpachten, NABU-Stiftung Nationales Naturerbe sowie der Moderator Ralf Elsässer die vielfältigen Anforderungen an die Landwirtschaft. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Herausforderungen, vor denen Landwirte stehen, wenn sie ökonomische und ökologische Ziele erreichen wollen. Besonders interessant war die Betrachtung des Komplexes von drei Seiten. In diesem Rahmen haben wir Erfahrungsberichte erhalten, konstruktive Diskussionen geführt und Anregungen für die kommunalpolitische Praxis erarbeitet.

Mit dem zweiten Workshop „CO2-Kompensation durch Moorrenaturierung und Waldumbau in der Region – Ein Beitrag zur Klimaneutralität für Unternehmen, Kommunen und Organisationen“ standen mit der Moorrenaturierung und dem Waldumbau zwei spannende Themen im Mittelpunkt. Der Workshop zeigte, wie die Wiedervernässung von Mooren einen wichtigen Beitrag zur Klimaneutralität leisten kann, denn Moore speichern doppelt so viel Kohlenstoff wie der weltweite Waldbestand. Parallel dazu wurde die Aufforstung neuer Waldflächen diskutiert. Experten, wie Matthias Mann vom Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz und Silvan Weber von MoorFutures erläuterten verschiedene Ansätze und Modelle. Besonders interessant war die Diskussion über die Vergabe von CO2-Zertifikaten und deren Bedeutung für die Klimabilanz von Unternehmen und Organisationen. Insgesamt waren beide Workshops sehr bereichernd und vermittelten den Teilnehmern nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch konkrete Handlungsmöglichkeiten.

Ohne Biodiversität verlieren wir grundlegende ökologische Prozesse, die für uns Menschen überlebenswichtig sind. Deshalb setzen wir uns seit über 20 Jahren dafür ein, der Natur etwas zurückzugeben. Die RENN.mitte-Jahrestagung bot uns eine wertvolle Gelegenheit, gemeinsam mit vielen engagierten Akteuren nach Antworten zu suchen, konstruktiv zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln. 

Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden und Organisatoren für die informative und bereichernde Veranstaltung. Der Austausch und die neu geknüpften Kontakte bringen uns weiter voran, gemeinsam die Biodiversität zu schützen und dem Klimawandel entgegenzuwirken. Wir freuen uns auf künftige Kooperationen für eine nachhaltigere Zukunft!

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