Ein Wald wie im Winterschlaf – oder doch nicht?
Wenn der Schnee den Wald zudeckt, sieht alles aus, als hätte die Natur die Pause-Taste gedrückt. Aber in Wahrheit läuft ein spannendes Winterprogramm: Tiere und Pflanzen haben clevere Strategien entwickelt, um die kalte Jahreszeit zu überstehen.
Rehe und Muffelwild – Energiesparer mit Winterfell
Unsere Rehe hier im Wald ziehen sich in geschützte Ecken zurück. Ihr Fell wird dichter und hält sie warm, auch wenn die Nahrung knapp ist. Statt viel herumzulaufen, sparen sie Energie, indem sie ihren Stoffwechsel herunterfahren – quasi der „Sparmodus“ der Natur. Das Muffelwild, unsere wilden Schafe, setzt auf Teamwork: Sie bleiben in Gruppen zusammen, wärmen sich gegenseitig und kommen mit karger Kost wie Gräsern und Kräutern durch den Winter.
Besonders spannend: Unsere Wildkamera hat diese Momente eingefangen – so bekommen wir einen ganz besonderen Einblick in das stille Leben des Winterwaldes.



Rosenkäfer und Wildbienen – unsichtbare Wintergäste
Während die großen Tiere sichtbar bleiben, verschwinden viele Insekten. Der Rosenkäfer überwintert als Larve tief im Boden oder im morschen Holz – dort ist es frostgeschützt, bis er im Frühling wieder auftaucht. Wildbienen dagegen kuscheln sich in kleine Hohlräume oder warten als Larven in Kokons. Sie verharren in einer Art Winterstarre, bis die ersten Sonnenstrahlen sie wecken.
Pflanzen unter der Schneedecke – keine Pause, sondern Vorbereitung
Auch die Pflanzen sind nicht einfach „weg“. Unter der Erde bleiben die Wurzeln aktiv, speichern Nährstoffe und Wasser. Samen liegen im Boden und warten geduldig auf die richtige Temperatur. Die Schneedecke wirkt dabei wie eine warme Decke – sie schützt den Boden vor extremer Kälte und Austrocknung. Und über der Erde zeigt sich zum Beispiel die Hagebutte: knallrot im Schnee, ein kleiner Farbtupfer im Winterwald und zugleich ein wichtiger Snack für hungrige Vögel.
Unser Winterwald-Geheimnis vom Landgut
Wir lieben es, im Winter durch den Wald zu streifen und diese kleinen Wunder zu entdecken. Und hier kommt noch ein bisschen Klugscheißerwissen zum Angeben:
Rehe haben im Winter einen echten Trick auf Lager: Sie können die Temperatur in ihren Beinen und Ohren absenken. Das klingt fast wie Zauberei, ist aber cleveres Energiemanagement. Denn wenn die äußeren Körperteile kühler sind, verlieren sie weniger Wärme an die Umgebung. So bleibt die Energie im Körperkern, wo sie wirklich gebraucht wird. Für uns Menschen wäre das wie eine eingebaute „Fußbodenheizung, die man runterdrehen kann“ – ziemlich genial, oder?
Daher gilt für uns: Mütze auf und warme Schuhe an! So verlieren wir über Kopf und Füße nicht so schnell die Wärme und bleiben kuschelig warm.
Schnee – die warme Decke der Natur: Schnee wirkt kalt, doch er funktioniert wie eine dicke Daunendecke. Zwischen den Schneekristallen ist viel Luft eingeschlossen, und Luft isoliert hervorragend. Deshalb bleibt es direkt unter der Schneeschicht oft nur knapp unter null Grad, selbst wenn oben eisige Minusgrade herrschen. Für Pflanzen, Insektenlarven und kleine Tiere ist das ein echter Schutzraum. Man könnte sagen: Der Schnee ist die „Winterbettdecke“ des Waldes – außen frostig, innen gemütlich.
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