Beitrag vom 05.06.2016
in der Kategorie: Naturschutz

Welttag der Umwelt 2016 – Wie geht es dem Graureiher?

„Go wild for life – Nulltoleranz für den illegalen Wildtierhandel” ist das diesjährige Motto des Weltumwelttages, der jährlich am 5. Juni begangen wird. Am Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) beteiligen sich 150 Staaten, Deutschland ist seit 1976 dabei. Das Programm versteht sich als „Stimme der Umwelt“ und wirbt für den schonenden Umgang mit Ressourcen und einer nachhaltigen Entwicklung.

Wildtiere werden oft zum Spielball menschlicher Interessen. Trophäenjagd, illegaler Handel und die Verfolgung aus wirtschaftlichen Gründen bringen noch heute zahlreiche Arten an den Rand der Ausrottung. Durch die Vermittlung von Wissen sowie mit strengen Naturschutzgesetzen und einer konsequenten Verfolgung von Verstößen soll verhindert werden, dass Tierarten von den Landkarten verschwinden. Ein positives Beispiel für diese Bemühungen ist der Graureiher, oder auch Fischreiher, genannte Schreitvogel, der sich immer häufiger auch im städtischen Raum beobachten lässt. Gut zu erkennen ist der auffällig große Vogel im Flug an dem typischen s-förmigen Halsknick. Reiher brüten in gewässernahen Gehölzen und suchen in flachen Gewässern, auf Äckern und Wiesen nach Beute. Dabei ernähren sie sich hauptsächlich von Fisch, jedoch auch von Amphibien, Kleinsäugern, Reptilien und Insekten.

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts gingen die Bestände des Graureihers stetig zurück. Die fortschreitende Industrialisierung ließ Gewässer verschmutzen und mit Flussbegradigungen und der Beseitigung von Feuchtgebieten schrumpften die Nahrungsquellen des Reihers. Auf den verbleibenden Fischereiflächen wurde der vermeintliche Nahrungskonkurrent schonungslos verfolgt, sodass der Fischreiher in den 1960er Jahren kurz vor der Ausrottung stand. Erst durch die Einschränkung beziehungsweise das Verbot der Verfolgung ab den 70er Jahren erholten sich die Bestände. Der europaweit verbreitete Vogel gehört heute zu den nach Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) besonders geschützten Arten und unterliegt der europäischen Vogelschutzrichtlinie. In 15 Bundesländern ist er daher ganzjährig geschont.

Heute ist bekannt, dass Graureiher nur in flachen Gewässern auf Beutefang gehen und daher in Fischzuchtbetrieben keine nennenswerten Schäden verursachen. Kleine seichte Teiche können erfolgreich durch Netze geschützt werden. An den Naturschutzteichen des Landguts und auf den umliegenden Wiesen ist der Reiher ein Dauergast und lässt sich täglich aus der Nähe beobachten. Der häufige Anblick des Graureihers ist ein Grund zur Freude, zeigt er doch, dass durch Umweltschutzmaßnahmen wie der Renaturierung von Bächen, Teichen und Seen unseren Brutvogelbeständen eine sichere Lebensgrundlage geboten wird.

Schlagworte: 

Weitere Beiträge

Naturschutz

Wenn der Wald summt – SWR Kultur zu Besuch in den Bienenwäldern

Anlässlich des Weltbienentags war Redakteurin Stephanie Eichler für SWR Kultur in den Bienenwäldern des Landguts Kemper & Schlomski unterwegs. Wir freuen uns, als einer der befragten Akteure im Wildbienenschutz in der Podcastfolge dabei zu sein. Wir zeigen, wie wir Lebensräume für Wildbienen schaffen, diese erlebbar machen und Naturbildung für Kinder fördern.

Weiterlesen »
Naturschutz

Anpacken zum Tag des Baumes 2026

Anlässlich zum Tag des Baumes tauschten Sebastian Schubert und sein Team aus der IT-Abteilung unseres Kooperationspartners Kemper & Schlomski GmbH im Rahmen der Initiative „Green Consulting” den Schreibtisch gegen praktische Naturpflege. Gemeinsam unterstützten sie das Team des Landgutes bei wichtigen Pflegearbeiten in den Bienenwäldern.

Weiterlesen »
Naturschutz

Internationaler Tag des Waldes 2026

Am 21. März ist Internationaler Tag des Waldes. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat ihn in diesem Jahr unter das Motto „Wälder und Wirtschaft” gestellt und damit ein Thema aufgegriffen, das aktueller kaum sein könnte. Denn der Wald ist weit mehr als nur ein Ort zum Spazierengehen. Er ist ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor, ein Arbeitgeber und eine Lebensversicherung für ganze Regionen.

Weiterlesen »