Beitrag vom 11.07.2022
in der Kategorie: Umweltbildung

Waldabenteuer und Pflanzaktion mit den Grundschülern aus Dresden

Heute nahmen wir die 92. Grundschule aus Dresden mit auf eine vielfältige Tour durch unseren Biotopverbund. Es wurde gewandert, gerätselt und gepflanzt und dabei spielerisch gelernt und Neues entdeckt.

Wir starteten gut gestärkt am „Wanderparkplatz Lederberg“ und schlängelten uns den anspruchsvollen und teilweise recht steilen Berghang hinauf. Die Zweitklässler schienen geübte Wanderer zu sein und waren daher mit festem Schuhwerk bestens ausgestattet. Unseren ersten Halt machten wir an der 1.000-jährigen Eibe. Beeindruckt von Wurzelwerk, Größe und Alter des Baumes erfuhren die Kinder hier, dass Eiben durch ihren langsamen Wuchs ein edles und hartes Gehölz sind, Harry Potters Zauberstab aus Eibe gefertigt ist und dass Eiben für Menschen, Haus- und Nutztiere sehr giftig sind – für viele Waldtiere allerdings eine bekömmliche, ungiftige Nahrungsgrundlage bilden.
Die Trinkflaschen wurden in die Rucksäcke verpackt und wir machten uns auf zum Fledermausquartier. Zu Beginn rätselten die Kinder, welches Tier wohl in diesen Kästen hausen könnte. Vögel, Eichhörnchen oder etwa Insekten? – Nein! Hier wohnen unsere schützenswerten, kleinen Fledermäuse, die gerade kopfüberhängend schlafen und sich erst in der Dämmerung auf Insektenjagd begeben. Leise schlichen wir uns an den Fledermauskästen vorbei und traten durch das Holztor ins „Grüne Klassenzimmer“ unseres Schulwaldes. Dabei kamen wir an dem Quartier der „Fruchttragenden Bäume“ vorbei und überlegten gemeinsam, welche heimischen Bäume und Sträucher des Waldes uns schmackhafte Früchte liefern – Holunder, Brombeere, Hagebutte oder Esskastanie. Der Wald hat so Einiges zu bieten.
Auf den Holzstämmen sitzend zogen die Schülerinnen und Schüler jeweils eine Karte mit einem Buchstaben und überlegten sich passend dazu ein heimisches Tier oder eine Pflanze mit dem jeweiligen Anfangsbuchstaben – von A wie Ameise bis Z wie Zauneidechse. Zu einigen Buchstaben war es äußert schwierig eine passende Antwort zu finden. Kennst du ein Waldtier oder eine heimische Pflanze mit dem Buchstaben „C“?
Nach dem Wald-ABC wanderten wir bis zur Lichtung und entlang der weitläufigen Wiesen und Pferdekoppeln zum Naturschutzteich. Dort schließt sich eine kleine Streuobstwiese an, die die Kinder heute erweiterten. Unter fachlicher Anleitung wurde im Zweier-Team Erde geschaufelt und die Pflanze angedrückt, ein wichtiger Gießring geformt, mit schützendem Rindenmulch versehen und ausgiebig gegossen. An einigen Bäumen hingen sogar schon Früchte, die natürlich genascht werden konnten. Johannisbeeren, Stachelbeeren und Co. wachsen nun auf unserer Streuobstwiese – ein wichtiger Lebensraum für viele Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Dafür wurden die Kinder auch ausgezeichnet. Neue Bäume zu pflanzen und damit wertvolle Nahrungs- und Lebensgrundlagen für Flora und Fauna zu schaffen, ist eine richtige Heldentat. Unsere Zweitklässler dürfen sich nun „Helden der Artenvielfalt“ nennen.
Heldentaten machen bekanntlich hungrig, sodass wir uns danach in der hübsch dekorierten Scheune am Landgut eine Mittagspause gönnten. Ruhig sitzen und die voll gepackten Brotdosen zu leeren war kaum möglich. Zu groß war das Interesse an den beiden Fjordpferden, die ebenfalls in der Scheune standen, beide lugten durch das Gitter und forderten sich ein paar Streicheleinheiten ein. Im Anschluss machten wir uns auf den Rückweg, der noch ein paar spannende Stopps bereithielt, auf und bogen dabei am Bienenwald ab. Das Wort „Waldsterben“ ist in aller Munde und auch die Kinder können sich darunter etwas vorstellen. Und hier im Wald mit weitem Panoramablick erkennt man das traurige Bild aus vielen braunen, abgestorbenen Fichtenflächen.

Unter den Grundschülern war eines unserer Bienenkinder: Lotta hat bei der Auftaktpflanzung tatkräftig unterstützt und berichtete ihren Mitschülern von der Entstehung und Entwicklung des Bienenwaldes. Gemeinsam schlängelten sie sich durch das Bienenwald-Labyrinth. Die urigen und verwachsenen Wege sind eine kleine Herausforderung. Hin und wieder halten ein paar Brombeerbüsche die Kinder zum „Verweilen“ fest. Auf den Wegen sind einzelne Schneckenhäuser versteckt, die einer ganz bestimmten Wildbienenart als Behausung dient. Die Scheckenhausmauerbiene ist wirklich faszinierend, findet im Bienenwald ein wunderbares Zuhause und ist Protagonistin in unserem Kinderbuch über Wild- und Honigbienen.
Nicht nur kleine Tiere haben hier im Wald ein großzügiges, natürliches Zuhause. Ganz in der Nähe befindet sich eine Wildkamera, um vor allem die nachtaktiven Tiere zu beobachten. Ein paar Schnappschüsse hatten wir als Foto dabei und zeigten spielende Füchse, Muffelwild mit großen Hörnern, eine Wildschweinfamilie mit ihren süßen jungen Frischlingen, unseren Landgut-Dachs oder die wilde Waschbärtruppe. Kaum zu glauben, wer hier bei Nacht so unterwegs ist.

Der weitere Weg führte nun bergab zurück ins Müglitztal und beendete unseren ereignisreichen Wandertag. Wir verabschiedeten die Kinder mit vielen Eindrücken, neuen Entdeckungen und einem Heldenzertifikat gen Heimweg.

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