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Beitrag vom 04.06.2015
in der Kategorie: Veranstaltungen

Naturschutz-Exkursion 2015

Wald-Bingelkraut oder Stinkender Storchschnabel? Die Schüler erkunden mit unserem Naturschutzexperten Karl-Heinz Rehn die Müglitztalhänge, entdecken Pflanzen und allerlei Tiere und werden für den Naturschutz aktiv. Die Eindrücke des gelungenen Ausflugs erfahren Sie heute hier!

Warum ist Naturschutz eigentlich so wichtig? Und was kann jeder einzelne dafür tun? Mehrere Wochen haben sich die Schüler des Neigungskurses Schulwald an der Goethe-Oberschule in Pirna schon auf die große Naturschutz-Exkursion vorbereitet, sich den unterschiedlichen Facetten des Themas auf verschiedene Weise genähert, recherchiert, Fakten gesammelt und diskutiert.

Am Dienstag Morgen ist es dann soweit. Gemeinsam mit Lehrerin Careen Berthold fahren die dreizehn Schüler und Schülerinnen mit dem Zug nach Schlottwitz. Im Gepäck haben sie einige selbst angefertigte Hummelhotels, verschiedene Bestimmungsbücher, diverse Ferngläser und jede Menge Fragen. Am Steinkreuz werden sie bereits von Projektleiterin Bärbel Kemper, Projektbetreuerin Kerstin Heyne und Exkursionsleiter Karl-Heinz Rehn erwartet. Herr Rehn, Forstwirt a. D., engagiert sich seit vielen Jahren für den Naturschutz in der Region und weiß alles über Flora und Fauna im Schlucht- und Hangmischwald, der zum FFH-Gebiet Müglitztal gehört. Nach einer kurzen Einführung startet die gesamte Gruppe in den Wald entlang des Doktorgrabens. Es gibt keine festgelegten Stationen, vielmehr entdecken die Schüler gemeinsam mit ihrem Exkursionsleiter entlang des Weges nach und nach charakteristische Gräser und Kräuter, Bäume, Insekten und Lurche. Zu allen kann Herr Rehn etwas erzählen. Eifrig suchen die Schüler ihre Fundstücke in den Bestimmungsbüchern, erkennen besondere Merkmale und finden Unterschiede zu verwandten Arten.

Anschließend teilt sich die Gruppe, denn es steht noch einiges auf dem Programm. Die jungen Eichen zum Beispiel. Noch stehen sie gut geschützt zwischen den Gräsern im lichten Teil der Müglitztalhänge, aber schon im Herbst, wenn die Futtersuche schwieriger wird, werden sie ein gefundenes Fressen für das Schalenwild sein. Deshalb bringen die Schüler Kürassiere an, schmale Metallgitter, die um den kleinen Baum herum aufgestellt werden und so einen Verbiss unmöglich machen.

An anderer Stelle ist eine große Birke umgebrochen und liegt quer über einem Waldweg. Weil Wanderer und Spaziergänger nun in den Wald ausweichen müssen und dabei unter Umständen Pflanzen, Pilze und Insekten beschädigen, kann der Baum dort nicht bleiben. Gemeinsam mit Herrn Rehn zersägen die Schüler den Stamm, bohren Löcher hinein und bauen abseits des Weges damit ein großes Insektenhotel. Hier werden später zahlreiche Tierarten Unterschlupf finden.

Die besonders starken Jungs bringen in der Zwischenzeit eine große Wildsuhle auf Vordermann. Mit Hilfe von Schaufeln und Hacken vertieften sie das Wasserloch in einem Randbereich und leiteten den Zufluss etwas um und schaffen so einen zusätzlichen Lebensraum für Amphibien, da dieser vertiefte Bereich das ganze Jahr über Wasser führen wird.

Um langfristig beobachten zu können, wie sich der Wald ohne Wildverbiss entwickeln würde und so im Umkehrschluss eine Beurteilung der Auswirkungen durch Wildverbiss möglich zu machen, legt eine weitere Schülergruppe mit Unterstützung von Herrn Rehn in der Nähe eine so genannte Weiserfläche an. Dabei handelt es sich um eine ca. 200 m² große Fläche, die mit einem Drahtgeflecht wildsicher umzäunt wird. Auf diese Weise kann sich die Vegetation innerhalb des Zaunes ungestört entwickeln und mit Fokus auf die Unterschiede zu den umliegenden Flächen studiert werden.

Im Zentrum des Schulwaldes befindet sich das Silvoretum, eine etwa 3.500 m² große umzäunte Fläche, auf der in mehreren Themenwäldern die jeweils typische Vegetation von Bergwald, Colliner Eichenwald, Nordamerikawald, Fruchttragenden Waldbäumen und Eibenwald betrachtet, gepflegt und erforscht werden kann. Die Schüler des Neigungskurses sind in der Zwischenzeit längst mit den verschiedenen Baumarten vertraut.Um auch anderen Waldbesuchern einen Einblick zu geben, haben sie in den vergangenen Wochen mit großer Sorgfalt für jede Baumart Holzschilder in der entsprechenden Blattform angefertigt.

Diese finden nun ihren richtigen Platz und werden von den Schülern vorsichtig an den Stämmen befestigt.

Nach getaner Arbeit gibt es am Landgut Kemper & Schlomski (LGKS) eine verdiente Stärkung. Dann ist der Bus schon in Sicht, der die Schüler zurück nach Pirna bringt. Im Gepäck haben sie einige gesammelte Insekten, die sie in der kommenden Woche genauer unter die Lupe, bzw. das Mikroskop nehmen wollen und jede Menge neues Wissen rund um den Naturschutz im FFH-Gebiet Müglitztal.

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