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Beitrag vom 21.05.2016
in der Kategorie: Veranstaltungen

Naturschutz-Exkursion in den Schulwald

Am Dienstag, den 20. Mai, fand die diesjährige Frühjahrs-Exkursion zum Thema „Naturschutz“ im Schulwald des LGKS statt. Teilnehmer waren die Schülerinnen und Schüler des Neigungskurses Schulwald der Goethe-Oberschule in Pirna sowie Pia, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) am Landgut absolviert.

Exkursion Naturschutz

Bei strahlendem Sonnenschein konnten die Schüler unter Leitung von Karl-Heinz Rehn (Forstwirt a. D. und Naturschutzexperte), Bärbel Kemper (Initiatorin des Schulwaldprojektes), und Birte Peisker (Forstwissenschaftlerin und Betreuerin im Neigungskurs Schulwald) Naturschutz im Schulwald in der Praxis kennen lernen. Begleitet wurde die Exkursion von Frau Wendt, einer freie Mitarbeiterin der Sächsischen Zeitung, bei der wir uns auf diesem Wege für das Interesse an diesem einzigartigen Projekt bedanken möchten.

Die Exkursion führte die Schüler in den Doktorgraben, der zum FFH-Gebiet Müglitztal gehört und in dem der Lebensraumtyp Schlucht- und Hangmischwald (LRT 9180) vorkommt. Hier konnten die Schüler mittels einer Vegetationsaufnahme herausfinden, welche für diesen Lebensraumtyp charakteristischen Pflanzen, sogenannte Zeigerarten, im Doktorgraben vorkommen und so Auskunft über die Schutzwürdigkeit des Gebiets geben. Bäume wie Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus), Berg-Ulme (Ulmus glabra) und Sommer-Linde (Tilia platyphyllos) sowie Pflanzen der Krautschicht wie das Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis), der Stinkende Storchschnabel (Geranium robertianum) oder die Gewöhnliche Goldnessel (Lamium galeobdolon) gelten als Zeigerarten für Schlucht- und Hangmischwälder und wurden von den Schülern auch im Doktorgraben gefunden und identifiziert. Parallel zur Vegetationsaufnahme sammelten die Schüler eifrig Pflanzen, um diese später mittels Pflanzenpressen, welche bereits im Vorfeld der Exkursion im Unterricht von den Schülern gebaut wurden, für ein großes Herbarium aufzubereiten.

Totholz

Die Vegetationsaufnahme zeigte den Schülern, warum dieser Wald schützenswert ist. Als praktische Naturschutzmaßnahme konnten die Schüler nachfolgend einen zugewachsenen Weg entlang des Doktorgrabens freilegen. Diese Aktion dient der Besucherlenkung, die ein wichtiger Teil des aktiven Naturschutzes ist. Durch die Besucherlenkung dank der Freihaltung und gegebenenfalls Markierung von Wegen, müssen Waldbesucher sich keine Trampelpfade neben den Hauptwegen suchen. So werden die Pflanzen entlang des Weges und Kleinstlebensräume von Insekten wie z. B. Erdbauten von Wildbienen vor der Zerstörung durch unbedachte Waldbesucher geschützt. Zusätzlich legten die Schüler einen großen Totholzhaufen an, der Vögeln und Insekten Lebensraum und Nistmöglichkeiten bietet.

Unser besonderer Dank gilt Herrn Rehn, der uns von der fachlichen Planung im Vorfeld bis zur Durchführung der Exkursion vor Ort mit Rat und Tat zur Seite stand und so maßgeblich zum Erfolg dieser Veranstaltung beigetragen hat. Vielen Dank dafür. Wir freuen uns schon auf die naturkundliche Wanderung am 5. Juni, bei der Herr Rehn uns ebenfalls unterstützen wird.

Wer sich für den Naturschutz, die Ergebnisse von 48h-Aktion und Frühjahrs-Exkursion interessiert oder sich einfach gerne in der Natur aufhält und wandert, ist herzlich eingeladen am 22. Mai, dem Internationalen Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt, oder am 5. Juni, dem Welttag der Umwelt, an einer vom Landgut Kemper & Schlomski organisierten, zweistündigen geführten naturkundlichen Wanderung zum Thema „Naturschutz und Artenvielfalt im Wald“ teilzunehmen. Treffpunkt ist jeweils um 17 Uhr die Bahnstation in Niederschlottwitz.

Die Exkursionsgruppe mit Lehrerin Careen Berthold (links), Exkursionsleiter Karl-Heinz Rehn und Projektleiterin Bärbel Kemper

Gemeinsames Freischneiden eines zugewachsenen Weges als Beitrag zur aktiven Naturschutzarbeit

Geschafft: Die Schülerinnen mit ihrem selbst angelegten Totholzhaufen in sonniger Hanglage

Im Wald tragen die Schülerinnen des Neigungskurses jede Menge abgestorbene Hölzer zu einem Totholzhaufen zusammen

Dank Herrn Rehn steht den Schülern genügend Fachliteratur für die genaue Pflanzenbestimmung zur Verfügung

Die gefundenen Pflanzen werden direkt im Wald bestimmt. Zeigerarten des Schlucht- und Hangmischwaldes werden für das Herbarium entnommen.

Nicht nur interessante Pflanzen, sondern auch einheimische Tierarten werden von den Schülern entdeckt und bestimmt.

Gefunden: der Waldsauerklee ist keine typische Zeigerpflanze, gibt jedoch Auskunft über das Lebensraumklima vor Ort.

Exkursionsleiter Karl-Heinz Rehn teilt sein umfangreiches Fachwissen im Naturschutzbereich mit den Schülern des Neigungskurses

Die Hainbuche gehört zu den typischen Zeigerarten des Schlucht- und Hangmischwaldes

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